Storchenseite Aktuell

Miltacher Storchensaison 2017 eröffnet:
„DER AH 470“ mit Partnerin auf Bäckerkamin

12. März 2017:
Nachdem bereits in den ersten Märztagen ein einzelner Storch immer wieder auf dem Bäckerkamin zu sehen war, kam es am Sonntag, 12. März, zur allerseits erhofften Paarbildung. Der mit dem Eintrag „DER AH 470“ beringte Württemberger Storchenmann besuchte im März vorigen Jahres (siehe Storchen-Tagebuch ab 9. März 2016) erstmals Miltach und bleibt dem Ort an Regen und Perlbach also trotz ziemlich trauriger Familiengeschichte treu.
Anwohner mit inzwischen jahrelang geübtem Storchenblick meinen auch, in der Dame an seiner Seite jene aus dem Vorjahr wiederzuerkennen.
Wie auch immer: Die Storchenfreunde aus Miltach & Umgebung freuen sich, beobachten und drücken die Daumen…
– – – – –

„Da ist einfach mehr geboten“:
„DER AH 470“ und Partnerin nach Cham umgezogen

3. August 2016:
Die äußerst zuverlässige Storcheninfo-Quelle Familie G. – unmittelbare Anwohner der Bäckerkaminstörche – versiegt nicht, Gott sei Dank und: Vielen Dank! So wissen wir jetzt, dass der Storchenmann „DER AH 470“ und seine Partnerin Miltach vermutlich schon am 8. Juli verlassen haben – aber nicht etwa Richtung Winterdomizil. Wie Marion G. nämlich als weiteres berichtet, treiben sich die beiden in und um Cham rum. Dort wurden sie laut einer Facebook-Meldung Chamer Storchenfreunde auch noch kürzlich (2./3. August) gesichtet. Ja mei, is klar, mit Cham kann Miltach nicht mithalten – „da ist einfach mehr geboten“, so DER AH 470 in einem Interview.
Bei den „Einzel-Störchen“, die Mitte/Ende Juli über Miltach kreisten und sich ganz kurz auch auf dem Schlossdach niederließen, handelte es sich wohl um Streuner auf der Suche nach Winterzug-Anschluss…
– – – – –

Altstörche weg:
Miltacher Storchenjahr 2016 wohl beendet

2. August 2016:
Das Storchennest auf dem Bäckerkamin ist verwaist (das auf dem Schlossdach wurde 2016 ohnehin nur für kurze Stippvisiten genutzt).
„Seit längerem“ jedenfalls ist das Altstorchenpaar nicht mehr zu sehen. Gibt es Beobachtungen, die diesbezüglich einen genaueren Termin hergeben?
Es ist nicht anzunehmen, dass die derzeit sehr rege Bautätigkeit in unmittelbarer Nähe (Welter-Edeka, Brückensanierung) störte und die beiden zum vorzeitigen Abflug ins Winterquartier bewogen hat (Altstörche verbleiben in der Regel bis Ende August/Anfang September).
Vielmehr liegt nahe: Nach dem frühen Tod seiner Kinder gab es für das Storchenpaar zum Ende der Storchensaison keine lohnende Aufgabe zum weiteren Verbleib, und so schlossen sie sich einem der Scharen an, die in den letzten Tagen in der näheren Umgebung gesichtet wurden.
– – – – –

„Keine Hinweise auf toxische Substanzen“:
Todesursache weiterhin ungeklärt

2. August 2016:
Die Meldung stand schon vor einigen Tagen in den Tageszeitungen; ihr Inhalt ist, zumindest für die hiesigen Amateur-Storchenkundler, eher überraschend: Die Jungstörche starben nämlich NICHT an einer Vergiftung.

Das zuständige LBV-Zentrum „Mensch und Natur“, das die Untersuchung in Auftrag gab, ließ uns das Ergebnis (Institut: Tierärztliche Fakultät der LMU München) zukommen.
Der genaue Wortlaut: „Ergebnis negativ: Die eingesandten Leberproben der Küken aus Miltach wurden jeweils gepoolt und einem breiten toxikologischen Screening unterzogen, wobei sich keinerlei Hinweise auf das Vorhandensein akut toxischer Substanzen ergab.“

Aber was war’s dann? Ungünstige Witterung kann für den Zeitraum ausgeschlossen werden…
– – – – –

Ursache für Tod der Storchenküken:
Nix Genaus woaß ma no ned

8. Juli 2016:
Laut Miltachs Storchenbetreuer Manfred Renner liegen dem hiesigen LBV-Zentrum „Mensch und Natur“ (Nößwartling/Arnschwang) noch immer keine Ergebnisse über die Ursache vor, die zum Tod der drei Miltacher Storchenküken (Ende Mai) geführt hat.
– – – – –

Nach dem tragischen Storchenkindertod:
Storcheneltern bleiben Miltach treu

160609StorchenpaarTanzendFotoGoedde

Frau und Herr Storch am 9. Juni (Foto: M. Gödde) beim vergnügten Vierflügelsynchrontanz.

12. Juni 2016:
Die Ursache für den Tod der drei Miltacher Storchenkinder liegt noch nicht vor bzw. wurde noch nicht übermittelt. Am wahrscheinlichsten ist, dass eines der Beutetiere (beispielsweise eine Maus), das die Storcheneltern ihren Küken quasi „vorgekaut“ überlassen, vergiftet war.

Das Storchenleben geht weiter, glücklicherweise auch in Miltach. So hat das mehr oder weniger beschäftigungslose Storchenelternpaar jetzt um so mehr Zeit, die in einem Kurs erlernten Tanzschritte einzuüben (siehe Foto oben) – und zwar auf dem alten Miltacher Bäckerkamin.
Was wir mit dieser leicht dämlichen Story sagen wollen: Die Beiden bleiben Miltach auch ohne Kindersegen treu. Und das ist sehr schön.
– – – – –

Untersuchungen eingeleitet:
Woran starben die Jungstörche?

1605218LBVfeuerwehr

Foto (M. Gödde) vom 28. Mai.

29. Mai 2016:
Der tragische, völlig unvorhersehbare Tod der drei Miltacher Storchenküken gibt Rätsel auf, im großen Fankreis der Riesenvögel wird kräftig spekuliert.
Es gehört zu den traurigen Aufgaben des Landesbundes für Vogelschutz (LBV), derlei unerklärliche Todesursachen zu ergründen. Am Samstag, 28. Mai, wurden in einer Gemeinschaftsaktion von LBV und Feuerwehr die Kadaver abgeholt und dabei wohl auch der relevante Nestinhalt in Augenschein genommen. Nach den Untersuchungen wird man mehr wissen.
Weitere (nicht veröffentliche) Fotoaufnahmen vom 28. Mai, die ein Elterntier bei der „Entsorgung“ der Jungvögel zeigen, lassen erkennen, dass diese nach nicht einmal zwei Wochen Lebensdauer schon über eine beträchtliche Größe verfügten und sicher nicht an Unterernährung starben.
– – – – –

Schock für Miltacher Storchenfreunde:
Alle drei Küken tot!

27. Mai 2016:
Die Nachricht ist zu traurig: Alle drei Miltacher Storchenküken sind tot. Die Beobachtungen von unmittelbaren (und äußerst zuverlässigen) Anwohnern mit Nesteinblick lassen weder Zweifel noch Hoffnung aufkommen. Das Verhalten der Elterntiere bedeutet leider zwingend, dass zwei Storchenkinder in der Nacht von 26. auf 27. Mai verendet sind, nachdem die gleiche Quelle bereits am 26. Mai vom vermutlichen (zu diesem Zeitpunkt noch nicht endgültig bestätigten) Tod eines Küken berichtete.
Was zu dieser Tragödie auf dem Bäckerkamin führte? Schlechtes Wetter kommt diesmal eigentlich nicht in Frage; die letzten Tage war es warm und trocken. Auch von Kämpfen ums Nest wurde zuletzt nicht berichtet.
Aber was könnte es dann gewesen sein?  Der Storchentagebuch-Schreiber jedenfalls hat – zumindest im Moment – keinen Bock und nicht das große Wissen, irgendwelchen Theorien nachzuhängen. Storchen-Gelehrte, bitte melden!
Für eine Nachbrut dürfte es jetzt, Ende Mai, zu spät sein. Der enge Storchenkalender bietet kaum Reserven „hinten raus“, das heißt bis zum Abflug in die Winterlager spätestens im September.
Ein Mini-Trost für die Miltacher Tierfreunde wäre, wenn beide Alttiere den Rest des Storchenjahres 2016 im Dorf an Regen und Perlbach verbringen. Man wird sehen.
– – – – –

Schlechtwetterperiode gut überstanden:
Alles klar auf dem Bäckerkamin

Zwei Aufnahmen vom 21. Mai (M. Gödde):

22. Mai 2016:
Ausschließlich gute Nachrichten: Die drei Küken haben die Kälte und Nässe ihrer ersten Lebenstage gut überstanden, was sie natürlich in erster Linie der Fürsorge ihrer Eltern – in Form von Wärme, Regenschutz und Futterversorgung – und ihrer eigenen Widerstandsfähigkeit bzw. ihrem Lebenswillen zu verdanken haben. Seit ein paar Tagen herrscht ideales Wetter: trocken und warm, nicht zu heiß. Und der Tisch ist scheinbar reichlich gedeckt. Die Storcheneltern gönnen sich immer wieder ausgedehnte Ruhepausen im Familiennest. Noch ist dafür ja genügend Platz. In ein paar Wochen wird’s, wenn alles gut weiterläuft, eng.
– – – – –

Letzter Stand:
Drei Junge

160515DreiKuekenAltstorchFotoGoedde

Foto (M. Gödde) vom 15. Mai.

16. Mai 2016:
Seit 15. Mai (Pfingstsonntag) sind’s drei Küken, die auf dem Bäckerkamin – bei leider sehr unkooperativem Wetter – liebevoll von ihren Eltern umsorgt werden. Der Pfingstmontag (sehr kalt und, schlimmer noch, sehr nass) muss noch gut überstanden werden.
Dann geht’s aufwärts. Sagen die Wetterfrösche. Die anderen (Frösche) sollten dann lieber in Deckung gehen, stehen sie doch auf der Storchen-Leibspeisenkarte.

– – – – –

Frohe Kunde vom Bäckerkamin – und gleich wieder Sorgen:
Storchennachwuchs geschlüpft

160514StorchenjungesFotoGoedde

Foto (M. Gödde) vom 14. Mai: Das Köpfchen eines frisch geschlüpften Kükens ist deutlich zu erkennen, der junge (fünfjährige) Papa ist stolz und neugierig.

14. Mai 2016:
Das sind Nachrichten, über die man sich freut. Miltachs Storchenprofessor Manfred Renner gibt am Vormittag des 14. Mai bekannt: „Heute Nacht ist das erste Küken geschlüpft“. Eine zweite, ebenfalls sehr zuverlässige Quelle aus dem unmittelbaren Anwohnerbereich berichtet von der „Entdeckung eines zweiten Kükens“. Wunderbar!
Damit decken sich auch die einschlägigen Literaturangaben (33 bis 34 Tage Brutdauer) mit den Miltacher Beobachtungen – siehe unten: „Spätestens sei 11. April wird gebrütet…“.
Ob es das Nachfolgerpaar von Paula und Willi für ihren Miltacher Einstieg bei zwei Kindern belässt oder noch nachlegt? In den nächsten Tagen wissen wir mehr; Storchen-Manni ist ja wieder im Lande.

Leider besteht Anlass zur Sorge: Das derzeit sehr miese Wetter – Besserung auf absehbare Zeit nicht in Sicht – weckt Erinnerungen an die Jahre 2013 und 2014, als die jeweils vier Küken von Paula & Willi anhaltender Kälte und Nässe zum Opfer fielen.
Als Storchenbeobachter/-fan ist man heute wie damals machtlos, muss sich auf die Parole „Haltet durch!“ und die Hoffnung auf baldige Wetterbesserung beschränken.
– – – – –

„DER AH 470“ & Partnerin, die weiteren Aussichten:
Demnächst mit Bevölkerungszunahme zu rechnen

160411torchenpaarFotoGoedde

Foto (M. Gödde) vom 11. April: Jetzt geht’s ans Eingemachte – „DER AH 470“ (stehend) und seine brütende Gattin.

14. April 2016:
Spätestens seit 11. April wird im Nest auf dem Bäckerkamin gebrütet. Der Storchenmann mit dem Ringeintrag „DER AH 470“ (in Miltach erstmals am 4. März 2016 registriert) und seine (nicht beringte) Partnerin machen also „ernst“.
Beobachtungsmitteilungen der letzten Wochen, unter anderem auch aus Bad Kötzting, wo das Paar am 1. April und in den Tagen danach mehrmals kurzzeitig anlandete, ließen so gar nicht auf ein System mit (familiärer) Langzeitwirkung schließen.
Andererseits: So eine Familiengründung ist halt auch unter Störchen kein Ponyhof. Viele Dinge wollen angesprochen und abgecheckt werden: Passt die Wohnung, die Umgebung? Was steht auf der Speisekarte? Gibt’s genug, wenn auf einmal zwei, drei oder gar vier Schnäbel zusätzlich versorgt werden wollen? Und, vor allem: Pass ma überhaupt z’amm? Was ist, wenn’s Ärger gibt, beispielsweise ein grantiger Artgenosse namens Willi Gnadenlos doch noch auftaucht und auf seinem Miltacher Mietvertrag auf Lebenszeit pocht?…
Die Fragen scheinen geklärt. Miltach darf sich wieder mal auf Nachwuchs freuen.
– – – – –

Keine Spur von Paula & Willi:
Ende der Einsamkeit für Storchenmann (?)

160405torchenpaarFotoGoedde

Erst mal ganz genau hinschaun! Die (offensichtlich neue) Herzdame legt verständlicherweise großen Wert auf die Immobilie, bevor sie endgültig einzieht (Foto vom 5. April: M. Gödde).

6. April 2016:
Seit Wochen keine (offizielle) Meldung mehr – Herr Storchenbeauftragter, bitte melden!
Die Ereignisse im Luftraum über dem Bäckerkamin hielten sich allerdings auch sehr in Grenzen (das vermutlich sanierungsbedürftige Nest auf dem Schlossdach spielt 2016 ohnehin so gut wie keine Rolle).

Am 5. April kam sehr erfreuliche Bewegung ins Spiel. Wie Beobachter mitteilten, kehrte der zuletzt so einsame Neu-Miltacher-Storchenmann (wenn er’s denn ist – beringt ist er jedenfalls) in Begleitung einer Partnerin zurück, nachdem er durch etwa 30-stündige Abwesenheit glänzte. Madame schien von Partner, Nest und Umgebung immerhin soweit überzeugt, dass sie blieb (Stand 6. April).
Miltach hat also wieder ein Storchenpaar. Es besteht Anlass zur Hoffnung auf dauerhaftes Glück mit einem gesegnetem Familienleben.
Beinahe ist man geneigt, den quasi „rechtmäßigen“ Nest-Eigentümern Paula & Willi das gleiche an anderer Stelle zu wünschen. Den Gedanken, ihnen oder einer/m von ihnen könnte in der Zwischenzeit etwas zugestoßen sein, lässt man am besten gar nicht an sich ran…
– – – – –

Rumtreibergruppen, Zweisamkeit, Einsamkeit…
Warten auf Paula & Willi

24. März 2016:
Der Informationsfluss in Sachen Miltacher Storchenleben ist zuletzt etwas versiegt.
Eine kurze Zusammenfassung eigener Beobachtungen der letzten Wochen: In den Tagen nach der Ankunft des Storches „DER AH 470“ (siehe unten) machten mehrmals kleine „Rumtreibergruppen“, bestehend aus bis zu sechs vermutlich „noch nicht geschlechtsreifen“ Jungstörchen, den Luftraum über Miltach unsicher, allerdings ohne Herrschaftsansprüche über einen der beiden Horste (Bäckerkamin und Schlossdach) zu stellen – und danach weiterzuziehen.
Als bisher herausragendes Ereignis darf die mehrtägige Zweisamkeit auf dem Bäckerkamin Mitte März bezeichnet werden. Diese hat sich aber nicht als dauerhaft erwiesen. Nach wie vor hält ein (einsamer) Storch, vermutlich der 5-jährige Württemberger (?), die Stellung – und wartet auf das Glück einer Partnerin mit ernsthaften Absichten.

Man würd’s ihm wirklich gönnen. Aber falls in den nächsten Tagen ein Artgenosse naht, könnte anfängliche Freude in Trübsal umschlagen – erst recht, wenn der Gast ein verschmutztes Federkleid trägt und ohne große Umschweife das Nest-Besitzerrecht beansprucht. Dann nämlich würde es sich zweifellos um Willi Gnadenlos handeln. Und der versteht in Immobilienfragen einfach keinen Spaß; zumal seine Gattin Paula gewöhnlich ein, zwei Tage nach ihrem „süßen Dreckspatz“ (wie sie Willi nennt) eintrifft und auf klaren Nest-Verhältnissen besteht…
– – – – –

Gast aus Süd-Württemberg:
Miltacher Storchensaison 2016 eröffnet!

160307StorchFotoGoedde

„Ich kann auf einem steh’n.“ Der Neu-Miltacher am 7. März im Horst auf dem Bäckerkamin (Foto: M. Gödde). Gut zu sehen ist die Beringung.

9. März 2016:
Manfred Renner teilt mit: Seit 4. März ist der Bäckerkamin in Miltach-City besetzt und damit die Storchensaison 2016 eröffnet.

Da der Besucher beringt ist (Eintrag: DER AH 470), hat sich der Miltacher Storchenboss sogleich auf Spurensuche begeben: Das männliche Tier wurde am 14. Juni 2011 in Riedlingen (Württemberg), offensichtlich eine klassische „Storchenmetropole“, beringt und dürfte dort auch geschlüpft sein.
Am 8. April 2013 wurde er, so Renner, „mit Madame“ in Wabern (Nähe Kassel) wahrgenommen, wo er wahrscheinlich von einem anderen Paar vertrieben wurde. In und um Miltach wurde er bisher noch nicht verzeichnet.Anmerkung/Frage der Redaktion: ein zweijähriger Storch „mit Madame“? Ist das nicht ein bisserl früh(reif)?Der frühe Ankunftstermin lässt darauf schließen, dass der Süd-Schwabe „Westzieher“ ist – also die kürzere Winterroute gen Spanien/Nordafrika bevorzugt.Man darf gespannt sein, was „Willi Gnadenlos“ und seine Paula dem Herrn zu schnäbeln haben, wenn sie Ende März/Anfang April zurückkehren.
Manfred Renners Einschätzung, der Ärger bei deren Ankunft sei „vorprogrammiert“, muss man Miltacher Storchenbeobachtern nicht lange erläutern – Rabauke Willi hat sich seinen Beinamen in den Vorjahren kompromisslos angeeignet.Lieber Neu-Storch, falls in den nächsten Wochen ein Artgenosse mit dreckigem Federkleid (gewöhnlich Willis „Ankunftsdress“) über Miltach auftaucht: Abhauen! Dann tut’s nicht weh. (Die Warnung ist vermutlich sinnlos – Störche schauen nicht ins Internet)
– – – – –

(Sehr gutes) Miltacher Storchenjahr 2015 beendet:
Bis 2016, Paula & Willi!

7. September 2015:
Am späten Abend des 2. September waren Paula & Willi weder auf dem Bäckerkamin noch auf dem Schlossdach zu sehen, so dass man den 2. September als ihren Abschiedstag verzeichnen wollte. Dann wurde jedoch am Nachmittag dieses 2. September noch mal ein Storchenpaar auf dem Bäckerkamin gesehen. Für den folgenden Abend liegen leider keine Beobachtungen vor. An den Tagen danach: Fehlanzeige. Das heißt: Sie sind weg.
Es spielt wohl keine allzu große Rolle, ob nun der 2. oder 3. September als Tag des Abschieds festzuhalten sind. Es lässt sich auch nicht sagen, ob sie gemeinsam die lange Reise über die Ostroute (Bosporus) angetreten sind oder – wie es eigentlich die Regel ist – zunächst Frau, dann Herr Storch.
Ganz sicher ist aber nun, dass das wiederum sehr aufregende Storchenjahr 2015 glücklicherweise relativ unspektakulär zu Ende ging und der Standort Miltach erstmals nach 2012 wieder eine „erfolgreiche“ Storchensaison beisteuern konnte.
Zur leidvollen Erinnerung: 2013 und 2014 kamen aufgrund der anhaltend nasskalten Witterung jeweils alle vier Küken um. Auch 2015 (ursprünglich wieder vier Junge) sah es lange sehr schlecht aus. Aber diesmal schafften es zwei, durchzukommen. Wunderbar.

Wahrscheinlich im März 2016 geht es wieder „los“: Westziehende Störche werden sich in Miltach verlieben, eines der beiden Nester beziehen, sich am reichhaltigen Nahrungsangebot erfreuen. Doch ab Ende März oder Anfang April wird’s ungemütlich – Dirty Willi kommt zurück…
– – – – –

Paula & Willi allein zu Haus:
Jungstörche auf Südflug

31. August 2015:
Die Beobachtungen mehrerer Storchenfreunde sind identisch: Am Abend des 27. August waren zuletzt beide Miltacher „Wohnungen“ besetzt – der Bäckerkamin von den beiden Jungtieren, das Nest auf dem Schlossdach von ihren Eltern Paula & Willi. Am Freitagabend, 28. August, und den Folgetagen waren nur noch Letztere zu sehen. Das heißt also, dass sich die Jungstörche seit 28. August auf Südflug befinden. Alles Gute!
Da sie, wie alle Jungstörche aus der Region, weder beringt noch besendert werden, wird sich ihr weiterer Lebensweg nicht verfolgen lassen.
Paula & Willi, die den Luxus ihrer beiden Unterkünfte abwechselnd nutzen, werden wohl noch ein paar Tage in Miltach verbleiben, bevor sie sich auf der Ostroute gen Afrika aufmachen.
– – – – –

150814StoercheImRegenFotoMGoedde

Die komplette Miltacher Storchenfamilie – Paula, Willi & Kids – beim „Stelzenbad“ am 14. August im Regen (Foto: M. Gödde). Stand 18. August 2015: Noch sind sie alle zu Hause in Miltach.

Familie Paula/Willi noch komplett:
Trennung steht wohl kurz bevor

150808StoercheRegenMittelgrossFotoVogl

Die beiden Miltacher Jungstörche im – derzeit aufgrund der anhaltenden Trockenperiode – extrem flachen Regen. Durch ihren noch nicht ganz roten Schnabel sind sie von den Elterntieren gut zu unterscheiden. Erwin Vogl, Miltachs Dorf- und Naturkundler, machte das schöne, stimmungsvolle Foto am 8. August und stellte es zur Verfügung. Vielen Dank!

14. August 2015:
Längst hat sich im „Zusammenleben“ der Miltacher Storchenfamilie Routine eingestellt: Die Jungen übernachten im Familiennest auf dem Bäckerkamin, Paula & Willi im Schlosshorst. Inzwischen sind die Jungtiere, die sich nur noch durch ihre Schnäbel (an der Spitze noch nicht ganz rot) von den Eltern unterscheiden, auch selbständig, was die Futterbesorgung betrifft. Mal trifft man das Quartett gemeinsam auf den Wiesen an (wie beispielsweise am 12. August bei Tiefental), mal gehen alt und jung getrennt auf Kleintierjagd. Der Tisch scheint auch bei der extrem trockenen und heißen Witterung reichlich gedeckt.
Es ist Mitte August – bald wohl werden die Jünglinge südlichere Gefilde anstreben, indem sie sich einem von älteren Jungtieren angeführten Zug anschließen. Die Alttiere verbleiben gewöhnlich bis Ende August/Anfang September.
– – – – –

Über und auf Miltachs Dächern:
Stark erhöhtes Flugaufkommen

170721StoercheTaubeFotoMGoedde

Foto (von M. Gödde) vom 21. Juli: Querverkehr. Die beiden Jungstörche, mittlerweile glänzende Flieger, scheinen ob der Flugkünste einer passierenden Taube ziemlich unbeeindruckt. Über die Abwechslung freuten sie sich vermutlich aber doch…

26. Juli 2015:
Der „Erstflugtermin“ 13. Juli (siehe Tagebucheintrag 14. Juli im Anschluss unten) wird von weiteren Beobachtern der Miltacher „Storchenszene“ weder bestätigt noch ausgeschlossen, ist inzwischen aber auch nicht mehr relevant. Denn die beiden Jungstörche ziehen längst ihre Kreise über Miltach und Umgebung, meistens dabei von ihren Eltern begleitet, angeleitet und (nach wie vor) versorgt. Denn zur Eigenernährung reicht es derzeit noch nicht ganz. Der von der Natur vorgegebene „Standard-Zeitplan“ wird in jedem Falle eingehalten. Alles normal also. Wie schön.

170718FliegenderJungstorchFotoMGoedde

Erstes „Beweisfoto“ (vom 18. Juli) eines fliegenden Miltacher Jungstorches. Viel Zeit, auf die Fotografin M. Gödde zu achten, hatte das Nachwuchstier nicht. Noch verlangt jeder Flug „högschte Konzentration“ (Zitat Joachim Löw). Aber es sieht schon äußerst elegant und erfahren aus…

Wenn nicht alles täuscht:
Zumindest eines der beiden Storchenkinder flügge

14. Juli 2015:
Am Abend des 13. Juli befand sich nur ein Storch im Bäckerkaminnest. Das bedeutet, dass zumindest eines der beiden Jungen bereits den Jungfernflug absolviert hat. Möglicherweise liegt dieser aber auch schon länger zurück oder es haben gar bereits beide ihren ersten Rundflug über Miltach hinter sich. Gibt es da aufschlussreiche(re) Beobachtungen?
Wie auch immer: Die zwei Jungtiere, äußerlich nur noch aus der Nähe durch den (schwarzen) Schnabel von den Eltern Paula und Willi zu unterscheiden, ziehen nach wie vor ihr Trockentraining im bzw. über dem Nest durch, wie auch M. Gödde am 14. Juli im Bild festgehalten hat (siehe die kleine Galerie unten).
Derweil verbringen Paula & Willi immer mehr Zeit im früheren „Hauptnest“ und jetzigen Ausweichlager auf dem Schlossdach – sei es zum Vertreiben von lästigen Artgenossen oder einfach, um etwas mehr Platz für sich zu haben. Ansonsten ist alles, wie es sein soll: Die Alten füttern (noch) die Jungen, bald werden diese ihren Aktionsradius vergrößern, dabei gleichzeitig ihre Flugmuskeln stärken. Ab etwa Mitte August steht der Flug in den Süden an. Die Eltern folgen normalerweise Ende August/Anfang September.

Fotos (8. bis 14. Juli) – bitte „blättern:

– – – – –

150701FlugtrainingFotoMGoedde

Immer wieder: Trockenflugübungen (Foto vom 1. Juli: M. Gödde).

Schnell wachsen, viel Flugtraining:
Jungstörche kurz vorm „Abheben“

1. Juli 2015: Die beiden Miltacher Jungstörche haben zuletzt ihre Scheu „vor denen da unten“ abgelegt und lassen sich jetzt fast ganztägig im Bild festhalten. Bei mehreren Versuchen an den Tagen davor tauchten sie immer tief ab, wenn sie unsereiner fotografieren wollte.
Am 30. Juni schienen sie die Aufmerksamkeit zu genießen. Papa „Dirty“ Willi, von Gattin Paula nach wie vor am ehesten durch das etwas „unweißere“ Gefieder zu unterscheiden, sekundierte etwas gelangweilt – verständlich, er kennt diese Fotoshootings seit einigen Jahren. Und die Fotografen ja auch…
Das Foto vom 28. Juni zeigt, dass ihre „Trocken-Flugkünste“ in den letzten Tagen enorm fortgeschritten sind. Bald werden sie vom Nest auf dem Bäckerkamin „abheben“. Und es wird auch nicht mehr lange dauern, bis sie den Erstflug wagen werden.
Paula und Willi derweil ziehen zum Übernachten und auch zum Entspannen von „zu viel Familie“ immer öfter ins ehemalige „Hauptlager“ auf dem Schlossdach um, von den schmachtenden Blicken ihrer Kinder begleitet.

Fotos vom 30. und 28. Juni – bitte „blättern“:

– – – – –

Große Aufregung mit happy End:
Sieben Fremdstörche im Krawallmodus

150614FremdstorchFotoMGoedde

Sonntag, 14. Juni 2015: Paula & Willi im Horst auf dem Bäckerkamin, wild „abwehr- bzw. drohklappernd“, ein Fremdstorch (beringt, siehe rechter „Oberschenkel“) aus der 7-er-Bande scheinbar unbeeindruckt auf dem First direkt nebenan. Finale „Gewinner“ am Ende: Paula, Willi & Nachwuchs. Foto: M. Gödde.

19. Juni 2015:
Das, was sich am 14. Juni am Bäckerkamin, auf dem Schlossdach und im weitläufigen Luftraum über Miltach abspielte, dürfte sogar  für „Dirty Willi Gnadenlos“, der so schnell keiner Rauferei aus dem Wege geht, zu viel des Bösen gewesen sein. Gleich sieben Artgenossen rückten im Verbund an, um dem Miltacher Storchenmann und seiner Familie (Paula und zwei mittlerweile „halbstarke“ Junge) den Sonntagnachmittag zu vermiesen. Miteinander bzw. abwechselnd kamen sie dem Familiennest viel zu nahe, griffen phasenweise sogar richtig an, wichen dann zum Schloss-Horst aus (was Willi wiederum auch nicht passte) – und dann, nach jeweils kurzem Waffenstillstand, wieder das gleiche Spiel von vorne.
Während Paula bei den Jungen blieb, die sich so tief wie möglich ins Nest duckten, richtete Dirty Willi eine Art Pendelverkehr zwischen den Nestern ein, flog sogar gegen die allzu forschen Rädelsführer der Bande vereinzelte Gegenangriffe. Irgendwann klapperten sich die Fremdlinge zu „Hört mal, da ist nix zu machen. Der Typ macht ernst und aua. Lasst uns wieder abhauen…“. Ein paar kurze Runden drehten die Eindringlinge – vermutlich vagabundierende, noch nicht geschlechtsreife (also unter 4-jährige) Störche – noch, dann zogen sie in Richtung Süden weiter.
Interessant am Rande: Zumindest das eine Tier, das M. Gödde beim Bäckerkaminnest fotografierte, ist beringt.
Ach ja: Den beiden Miltacher Jungstörchen geht’s blendend (Stand 19. Juni).
– – – – –

150613JungstoercheFotoMGoedde

Paula (oder Willi) und die beiden Jungstörche am 13. Juni (Foto: M. Gödde). Man sieht, der Nachwuchs ist vorerst aus dem Gröbsten raus. Nässe und Kälte sollten ab jetzt kein Problem mehr darstellen…

Leben auf Bäckerkamin stabilisiert sich:
Erste Fotos der jungen 2015-er Storchenfamilie

Vom 7. Juni 2015, Paula, Willi & Nachwuchs aus Richtung Schloss:

Vom 2. Juni 2015 (von M. Gödde zur Verfügung gestellt – vielen Dank!) aus nächster Nähe, die junge Storchenfamilie und ein ungebetener Gast:

– – – – –

Supernachricht:
ZWEITES LEBENDIGES KÜKEN „AUFGETAUCHT“!

31. Mai 2015:
Genial-positive Nachricht: Manfred Renner meldete (bereits am 30. Mai) ein zweites lebendiges Küken!
Damit ändert sich zwar nichts am Tod zweier Jungtiere, aber somit steht auch fest, dass – wie in den Vorjahren – insgesamt vier Jungstörche im Bäckerkamin-Horst geschlüpft sind. Der Mitte Mai vorsichtig geäußerte, dann aber wieder verworfene Verdacht Renners „Es könnten auch vier sein“ hat sich nun in aller Deutlichkeit bestätigt.
Wie es dem kleinen „Benjamin“ gelang, sich so lange den fachmännischen Einblicken zu entziehen, kann uns wurscht sein. Die Freude im Storchen-Fanlager über jetzt doch (noch/wieder) zwei quietschfidele Junge ist jedenfalls riesig. Gerade nach den traurigen Meldungen der letzten Tage.
Bitte durchhalten, bald habt ihr’s geschafft!
– – – – –

Weiteres Küken tot:
Jetzt nur noch ein Storchenjunges am Leben

27. Mai 2015:
Am 27. Mai die traurige Bestätigung dessen, was Manfred Renner schon am Tag zuvor vermutete, nachdem er nur noch ein lebendiges Küken im Bäckerkamin-Horst ausmachen konnte: Ein weiteres Storchenjunges ist gestorben. Damit ist von drei geschlüpften Küken nur noch eines am Leben.
– – – – –

Schlechte Nachrichten, gute Nachrichten:
Ein Storchenküken tot…

26. Mai 2015:
Storchenbeauftragter Manfred Renner mit einer traurigen Meldung: Schon in der Nacht vom 21. auf 22. Mai ist ein Junges gestorben. Man darf annehmen, dass es am anhaltend nasskalten Wetter lag, was bei den Storchenfreunden aufgrund der sehr negativen Vorjahreserfahrungen (2013 und 2014 wetterbedingt jeweils vier tote Küken, kein überlebendes) schlimmste Befürchtungen auslöste.
Die gute Botschaft Renners lautet, dass zwei Küken überlebten. Sie erfreuen sich ihres jungen Daseins und der überfürsorglichen Zuwendung von Mama Paula und Papa Willi. Jetzt gilt es, schnell an Gewicht und Widerstandskraft zuzulegen, um selbständig vor dem nächsten Dauertief gewappnet zu sein; haben Jungstörche eine gewisse Größe erreicht, können sie nicht mehr durch die mächtigen Körper ihrer Eltern vor Niederschlag und Kälte geschützt werden…
Seit 23. Mai herrscht wechselhaftes Wetter, für die nächsten Tage sieht es ebenfalls „durchwachsen bis gut“ aus. Das Futterangebot in und um Miltach ist traditionell üppig. Gute „Nahaussichten“ also.
Gelegentliche „Störbesuche“ fremder Artgenossen, wie beispielsweise am 24. Mai, verfolgt man in Miltach längst mit souveräner Gelassenheit. Da passiert nix – und wenn doch, dann höchstens dem ungebetenen Gast, bevor er wieder das Weite sucht.

– – – – –

Mindestens…
Drei Junge!

18. Mai 2015:
Manfred Renner hat in den vergangenen Tagen mehrmals genau hingeschaut, will sich aber noch nicht endgültig festlegen, was die Anzahl der Storchenjungen betrifft.
Letzter Stand (18. Mai, Nachmittag) daher: „Es sind mindestens drei Junge im Nest.“
Große Freude, leicht getrübt nur durch die Wetteraussichten für die kommenden Tage: Es soll stark abkühlen und regnen…

– – – – –

Frohe Botschaft vom Miltacher Storchenwart:
„Es wird gefüttert“

11. Mai 2015:
Manfred Renner berichtet am 10. Mai: „Seit heute wird gefüttert… Kann sein, dass die ersten Küken gestern (also 9. Mai) oder während der Nacht geschlüpft sind.“
Halten wir uns lieber an die gesicherten Fakten und den 10. Mai als Beginn Tag des/der ersten geschlüpften 2015-er Jungstörche von Paula & Willi fest.

Wie viele Junge es sind bzw. noch werden, kann erst in den nächsten Tagen festgestellt werden. Renner wird sich entsprechenden Einblick (vom „Hochackerl“) verschaffen und die Storchenfreunde mit weiteren Neuigkeiten versorgen.
Ab jetzt besonders wichtig, weil als einziger „äußerer“ Faktor nicht zu beeinflussen: geeignetes Wetter – nicht zu kalt und/oder nicht zu nass! Alles weitere haben Paula & Willi im Griff, respektive im Schnabel und in den Flügeln.
– – – – –

Nur noch wenige Tage…
Storchennachwuchs kurz vorm Schlüpfen

6. Mai 2015:
In wenigen Tagen sollte es soweit sein, dass sich die ersten Jungen (Anzahl der bebrühteten Eier unbekannt) von Paula & Willi den Weg ans Licht der Welt bahnen. Die Storchenbeobachter blicken diesem Ereignis mit großer Vorfreude entgegen – aber auch mit bangen Gedanken: man erinnert sich nur sehr ungern an die beiden Vorjahre, als anhaltend nasskaltes Mai-Wetter den Tod von je vier Küken bedeutete.
– – – – –

Paula & Willi weiter im Brütmodus:
Zeit für Sonstiges

23. April 2015:
Paula & Willi befinden sich weiterhin im offensichtlich stressfreien Brütmodus, wobei letzteren Job hauptsächlich Paula übernimmt, während Willi den Hausmeister gibt und leichte Nestverbesserungsarbeiten ausführt. Monotone Routinezeit, die vermutlich erst ende, sobald das erste Küken schlüpft.
– – – – –

Nest auf Bäckerkamin „dauerbesetzt“:
Es wird gebrütet

8. April 2015:
Anmerkung/Korrektur zum Eintrag 6. April: Der Brütbeginn 4. April wird seitens Manfred Renner nicht bestätigt, ganz sicher aber 6. April (Ostersamstag). Willi Gnadenlos im Kurzinterview: „Das sind die wahren Eier“.

6. April 2015:
Das Nest auf dem Bäckerkamin ist seit 4. April, möglicherweise schon ein, zwei Tage länger dauerbesetzt. Damit ist die nächste Phase der Familienplanung eingeleitet. Wie viele Eier es sind? Storchenkommissar Manfred Renner ermittelt.
– – – – –

Stürmisches Frühjahr, stürmisches Eheleben…
Paula & Willi unverdrossen

5. April 2015:
Von den letzten Tagen liegen keine besonderen Meldungen/Beobachtungen vor – also alles in Ordnung mit Paula & Willi. Die letzten März-Tage dagegen waren extrem stürmisch. Siehe Fotos unten.

150331PaulaWilliFotoMarionGoedde

Wenn einem die Äste vom eigenen Nest um die Flügel fliegen: Bei den orkanartigen Stürmen Ende März (Foto vom 31. März, M. Gödde) mussten Paula & Willi manche Extra-Pirouette hinlegen. Dazu Cool-Willi im Interview: „Alles halb so schlimm. Solange der Kamin nicht umfällt…“

150328PaulaWilliFotoMarionGoedde

Ob es 2015 wieder Miltacher Storchennachwuchs gibt? An Paula und Willi soll’s nicht scheitern (Foto vom 28. März, M. Gödde). Hoffentlich macht dieses Jahr auch mal wieder das Wetter mit. Gerade nach den Tragödien von 2013 und 2014 (als alle Küken anhaltender Kälte bzw. Nässe zum Opfer fielen) drücken die Storchenfreunde alle Daumen.

– – – – –

Ab sofort klare (Storchen-) Verhältnisse in Miltach:
Paula & Willi wieder zusammen

Paula & Willi an ihrem Wiedervereinigungstag 27. März.

„Hey Babe, was hast du mir gefehlt!“ Raubein Willi Gnadenlos gab sich am Wiedervereinigungstag 27. März als unwiderstehlicher Charmeur und flötete auf dem Bäckerkamin seiner Paula die Hucke voll. Foto: M. Gödde.

28. März 2015:
Lange musste er nicht warten, der Willi. Zwei Tage nach der Heimkehr des gnadenlosen Herrschers über Miltachs Luftraum folgte Edelgattin Paula am frühen Nachmittag 27. März. Die Freude war sichtlich übergroß, wie Chefbeobachter Manfred Renner berichtet, denn sogleich wurde Hochzeit gefeiert – so ein Storch ist halt auch nur ein Mensch. Auf ein (endlich mal wieder) glückliches Miltacher Storchenjahr 2015!
Nachzutragen wäre noch, dass an der Rauferei am 19. März vier Störche beteiligt waren, darunter sehr wahrscheinlich das (zu diesem Zeitpunkt „horstverteidigende“) Paar mit dem Storchenmann aus Tschechien.
Ab sofort heißt die Devise für alle Fremdstörche wieder: „Miltach – nur gucken, nicht landen!“ Willi ist derzeit damit beschäftigt, entsprechende Schilder an den Gemeindegrenzen festzutackern.
An alle ganz Korrekten, wie immer zu Beginn einer Paula & Willi-Saison: Die Beiden sind nicht beringt, eine 100-prozentige Gewissheit, ob es sich tatsächlich um die Störche – mit höchstem Miltacher Promistatus – namens „Paula“ und „Willi“ handelt, gibt es nicht, aber eine nahe an 99,99 Prozent reichende. Andersrum: Wer soll’s denn sonst sein? Also bitte!
– – – – –

Diffuses vom Miltacher Storchengeschehen:
Paar fort, Willi da?

26. März 2015:
Nix Gwiss‘ woaß ma ned. Dem Tagebuchschreiber sind derzeit einigermaßen zuverlässige Beobachtungen nicht möglich, stichhaltige Informationen von weiteren Miltacher Storchenfans gehen nicht ein. Man muss sich auf dieser Seite also mit wenig Neuem begnügen, obwohl sich neben mancher Rauferei (am 19. März soll es ziemlich hoch hergegangen sein) viel ereignet haben muss. Das Paar mit dem Storchenmann aus Tschechien (genaue Identität noch immer unbekannt) ist nicht mehr zu sehen, dafür aber möglicherweise ein sehr guter alter Bekannter, um nicht zu sagen Freund. Am 25. März hat nämlich ein Einzelstorch (unberingt) den Bäckerkamin besetzt. Das kann doch eigentlich nur Willi sein, der auf seine Paula wartet. Es ist die Rückkehrzeit der Ostzieher. Auch in den Vorjahren kam Willi am 25. bzw. 26. März in Miltach an und behauptete jeweils bis zum Ende der „Saison“ zusammen mit Gattin Paula seine Sonderstellung.
Wie auch immer: Storchenbeauftragter Manfred Renner ist endlich wieder im Lande, wird also fachmännisch beobachten – und berichten…
– – – – –

Geklärt:
Storchenmann aus Tschechien

14. März 2015:
Miltachs Chef-Storchendetektiv Manfred Renner ermittelte: Eines der beiden Tiere (höchstwahrscheinlich das männliche), die seit 13. März auf dem Bäckerkamin residieren, ist per Metallring mit dem Eintrag „N Museum Praha YC157“ gekennzeichnet. Das bedeutet, dass Herr Storch aus Tschechien stammt und durch die im Ringeintrag festgehaltene Organisation registriert wurde. Renner hat die Information sogleich an eine deutsche Storchenwarte weitergegeben, damit diese, quasi in internationaler Zusammenarbeit, die weiteren Daten klären kann: Wo und wann wurde der Storch – nennen wir ihn Jiri? – als Jungtier beringt (der exakte Schlüpftag ist bei mehreren Küken je Gelege schwer festzustellen).
Regionaler Zusammenhang ganz junger Vergangenheit: YC157 wurde vor ein paar Tagen, da noch alleine, auf dem Grafenwiesener Horst gesichtet. In der Zwischenzeit hat also Miroslav seine Herzdame erobert. Gemeinsam entschieden sich die Beiden für Miltach als Wohnort. Sehr erfreulich und interessant. Aber:
Viel wichtiger und interessanter aber sind die Fragen: Hat das neue Paar vor, dauerhaft zu bleiben? Falls ja und Paula & Willi kehren wohlbehalten zurück, ist riesengroßer Ärger angesagt. Leider, das zeigen die Erfahrungen, lässt Willi Gnadenlos kein zweites Paar in Miltach zu, obwohl hier zwei Horste zur Verfügung stünden. Außerdem, so Manfred Renner, wäre auch der „Tisch“ an den fetten Wiesen rundum das Dorf an Regen und Perlbach reich gedeckt und könnte locker zwei Storchenfamilien ernähren.
Der Ergänzung halber sei angefügt, dass Renner den Storch, der Anfang März immer wieder auf dem Bäckerkamin anlandete, als 4X633, also „Solo“, identifizierte. Er kann’s nicht lassen…
– – – – –

„Solo“ mit Partnerin?
Storchenpaar auf Bäckerkamin

13. März 2015:
Seit 12. März thront wieder ein Storchenpaar auf dem Bäckerkamin in der Miltacher Ortsmitte. Hat sich, wie in den letzten Jahren, der eigentlich Chamerau zugeordnete Storch „Solo“, Beringungsnummer DEW 4X633, wieder nach Miltach aufgemacht, um dort sein Familienglück zu finden oder sind es andere Störche? Wie auch immer, es ist mächtiger Ärger zu erwarten, spätestens wenn die Ostzieher und „Miltacher Stammstörche“ Paula und Willi „nach Hause“ kommen (in der Regel Ende März). Die Miltacher Storchengeschichte scheint sich in einer Art Endlosschleife zu wiederholen; man verfolge die Ereignisse in den letzten Jahren (nach unten scrollen).
So oder so: Es darf/muss wieder gebangt werden. Beobachten…
– – – – –

Miltacher Storchensaison 2015 „sachte“ eröffnet:
Bäckerkamin phasenweise besetzt

4. März 2015:
Genau am 1. März wurde die Miltacher Storchensaison 2015 eröffnet. Da ließ sich ein Einzeltier auf dem Bäckerkamin nieder und verweilte bis zum nächsten Tag, bevor es sich wieder davonmachte. Ein genauer Blick, beispielsweise um eine Beringung auszumachen, war nicht möglich (gibt es andere Beobachtungen?), aber man darf aufgrund der Ereignisse in den Vorjahren fast davon ausgehen, dass es es bei dem Storch um „Solo“ handelt, dessen Ankunft in Chamerau freudig (und per Zeitungsartikel) vernommen wurde. Solo versucht ja schon lange, (auch) in Miltach Fuß zu fassen, hatte aber bisher ausnahmslos großes Pech, manche Tragödie inklusive. Siehe weiter unten, jeweils die „frühen“ Monate.
Derzeit sind die beiden Miltacher Storchenhorste wieder verwaist.
Paula & Willi lassen von irgendwo zwischen Afrika und Miltach grüßen…
– – – – –

Abschied nach letzten „örtlichen Verpflichtungen“:
Paula & Willi auf Südflug

Text

(Letztes) Foto vom 1. September, Mittagszeit: Paula & Willi an derzeit höchstmöglicher Position in Miltach City – wer ko, der ko.

4. September 2014:
Höchstwahrscheinlich am Nachmittag des 1. September haben Paula & Willi den Flug ins Winterlager Afrika angetreten, nachdem sie abends/nachts weder auf dem Bäckerkamin noch auf dem Schlossdach und auch nicht tags darauf gesichtet wurden (oder gibt es andere Beobachtungen?). Davor allerdings kamen sie noch als Werbepartner einer örtlichen Malerfirma ihren vertraglichen Verpflichtungen nach und stellten sich zum Fotoshooting an höchster Stelle im brodelnden Stachus von Miltach City, nämlich auf dem Gerüst über der Kirchturmzwiebel.
Inzwischen dürften sie mehrere Hundert Kilometer auf ihrer Ostroute Richtung Bosporus zurückgelegt haben. Leider war auch 2014 nicht DAS Jahr für Paula & Willi und ihre bangenden Menschenfreunde: zum zweiten Mal nacheinander wurde durch den Kältetod ihrer Kinder Ende Mai das Miltacher Storchenglück jäh beendet.
Es gilt wie 2013: Immerhin halten Paula & Willi an ihrem Standort Miltach fest. Die Hoffnung, sie auch im kommenden Jahr wieder im Bayerwalddorf an Regen und Perlbach zu erleben, ist wo groß wie berechtigt. Schließlich sind sie sehr erfahrene Langstreckenflügler und mit den Gefahren wie beispielsweise ungesicherten Stromleitungen, die so vielen Jungstörchen zum Verhängnis werden, vertraut.
Liebe Super-Paula, lieber Dirty Willi, wir wünschen euch viel Glück und freuen uns auf ein Wiedersehen im März/April 2015!
– – – – –

Paula & Willi halten noch die Stellung, aber es ist die…
Zeit des Abschiednehmens

Paula...

Paula und Willi am 27. August auf dem Bäckerkamin.

28. August 2014:
Während Zehntausende von ostziehenden Störchen Istanbul, den Hauptumschlagplatz auf dem Weg ins afrikanische Winterlager, bereits hinter sich gelassen haben – es gibt wie alle Jahre faszinierende Bilder von diesem Schauspiel am Himmel -, sind im Landkreis Cham noch mehrere Horste von ihren „rechtmäßigen Inhabern“ besetzt. So auch in Miltach: Paula & Willi, ihrerseits ebenfalls Ostzieher, genießen noch immer ihren Luxus der zwei Nester auf Bäckerkamin und Schlossdach. Natürlich, es ist Ende August, ihr Abschied ist nur noch eine Frage von wenigen Tagen. Dass sie, sozusagen als „oberste Bauleiter“, das Ende der Sanierung des Miltacher Kirchturms nach ganz abwarten, ist eher nicht anzunehmen.
– – – – –

Sehr schlechte Nachrichten aus Chamerau:
Einziger Jungstorch weit und breit stirbt den Stromtod

9. August 2014:
Die Pech- und Unglückssträhne in der regionalen Storchenwelt im allgemeinen, die von Storch „Solo“ (Ringnummer 4X633) im besonderen nimmt kein Ende. Vor wenigen Tagen endete das Leben des Jungstorches im Miltacher Nachbarort Chamerau an einer Stromleitung, womit der unfassbaren Negativserie von Papa Solo ein weiterer Tiefschlag hinzugefügt werden muss. Zur Erinnerung: Westzieher Solo eröffnet seit mehreren Jahren, auch 2014, die Miltacher Storchensaison, indem er mit oder ohne Partnerin einen der zwei Horste (auf Schlossdach bzw. Bäckerkamin) besetzt. Bei den harten Kämpfen mit artgenössischer Konkurrenz zog er nicht nur ausnahmslos den kürzeren, sondern verlor dabei auch schon eine Partnerin. Anschließend suchte er dann immer wieder sein Familienglück im 5 km entfernten Chamerau – und schien es dort endlich auch zu finden.
2014 hatten Solo, auch „der schöne Niedersachse“ (er stammt aus Velpke) genannt, und seine Partnerin besonders viele Daumen drückende Beobachter, hat doch ihr Nachwuchs als einziger Jungstorch weit und breit die Schlechtwetterperiode Mai/Juni überlebt und war sogar schon flügge. Und jetzt so was!
2014 ist wohlgemerkt das zweite Jahr in Folge, in dem weder aus Miltach noch aus Bad Kötzting, Grafenwiesen, Chamerau und Cham ein Jungstorch den Flug ins Winterlager antreten kann.

Das Miltacher Storchenpaar Paula & Willi (Ostzieher) vertreibt sich die Zeit bis zum Abflug nach Afrika (voraussichtlich Ende August/Anfang September) nach wie vor unaufgeregt und von „Fremdstörchen“ unbehelligt durch Ausflüge innerhalb ihres „Zuständigkeitsbereichs“. Besonders oft anzutreffen sind sie derzeit auf den offensichtlich sehr nahrhaften Futterwiesen entlang des Regenufers in Richtung Chamerau. Die Nächte verbringen sie, welcher Luxus, abwechselnd auf dem Schlossdach und Bäckerkamin.

– – – – –

Keine besonderen Vorkommnisse:
Gepflegtes Lotterleben von Paula & Willi

140701Stoerche1

Paula und Willi am 1. Juli auf dem Bäckerkamin

8. Juli 2014:
Seit Wochen nutzen Paula & Willi ihr zwangs-kinderloses Schicksal 2014 zur Pflege ihrer Zweisamkeit, führen also, wie 2013, so was wie ein „gepflegtes Lotterleben“. Was bleibt ihnen auch anderes übrig?! Sie lassen sich abwechselnd in den Horsten auf dem Schlossdach bzw. Bäckerkamin nieder und werden an allen möglichen Futterwiesen rund um Miltach bei der unaufgeregten Jagd beobachtet. Sehr zum Verdruss von „Obelix“ Willi lassen sich derzeit kaum „Römer“, Fremdstörche also, in Miltach blicken, was in Form kleiner Raufereien zwischendurch für Abwechslung sorgen würde. Das am Abend stattfindende WM-Halbfinale Brasilien – Deutschland haut Störche auch nicht gerade vom Nesthocker. Storch hat’s nicht leicht.
Keine besonderen Vorkommnisse also. Immerhin: Paula & Willi bleiben „ihrem“ Dorf treu.

– – – – –

Paula und (oder) Willi erkunden „ihr“ Dorf:
Neulich am Bahnhof

11. Juni 2014:
Miltach hat seit kurzem eine „Bahnhofsstorchenbeauftragte“, nämlich Alexandra Achatz. Sie hat die Ernennung sofort angenommen (war aber auch die einzige Kandidatin, hehe) und wird „das Amt in Würde ausführen“, so ihr Einstands-Statement.
Wie es dazu kam? Alexandra Achatz bewohnt mit ihrer Familie das ehemalige Bahnhofsgebäude. Am Nachmittag des 10. Juni saß plötzlich ein Storch auf dem Hauskamin und machte laut klappernd auf sich aufmerksam. Alexandra griff zur Kamera und hielt diese „seltene Erscheinung“ auf mehreren Bildern fest. Es ist davon auszugehen, dass es sich bei dem Tier um Paula oder Willi handelt, da es, wie Alexandra Achatz berichtet, nach dieser Bahnhofs-Stippvisite wieder schnurstracks Richtung Dorfmitte flog, wo das aktuelle Miltacher Storchen-„Haupthaus“ mit dem Bäckerkamin steht. Falls es ein „Fremdstorch“ gewesen wäre, hätte es mal wieder Ärger gegeben (wovon aber nicht berichtet wurde). Apropos Ärger, ein mindestens eine halbe Stunde dauerndes Schauspiel war Anfang Juni zu beobachten: Da landete ein Storch, abwechselnd auf dem Kirchendachgiebel, Schloss-Storchennest sowie auf einem Kamin am anderen Schlossdachende, weniger auf dem Bäckerkaminnest, jeweils heftig klappernd. Kaum angekommen, wurde er von einem anderen Storch (höchstwahrscheinlich von Willi Gnadenlos höchstpersönlich) wieder verjagt.
Das Verwirrende: 1. Es war kein drittes Tier zu sehen (wo war Paula?). 2. Normalerweise geben derart heftig von Willi angegriffene Eindringlinge spätestens nach dem zweiten „Rundflug“ auf und suchen das Weite. Diesmal aber eben nicht. Am Ende hatten Paula und Willi gar eine Ehekrise und machten sich, ihrer Erzieheraufgaben beraubt, das Leben noch schwerer als eh schon.
Gut, dass in Miltach so wahnsinnig viel Abwechslung geboten ist, um Zerstreuung zu finden…

Drei Bilder vom 10. Juni 2014 – bitte blättern:

– – – – –

Storchen-Tristesse ringsum, Hoffnungsschimmer in Chamerau:
Alttiere im „erzwungenen Freizeit-Modus“

3. Juni 2014:
Auch aus Bad Kötzting (mit dem Ex-Miltacher Storchenmann „Ferdinand“) kam die traurige Meldung vom Tod aller (drei) Storchenjungen. Einzig in Chamerau gibt es Nachwuchs: „Solo“ und seine Partnerin konnten ein Junges durchbringen, das sozusagen von der „Gnade der späten Geburt“ profitierte (bis zu einer gewissen Körpergröße können die Küken durch die Körperwärme der Alttiere ausreichend vor Nässe und Kälte geschützt werden). Es scheint, als stünde dem „schönen Niedersachsen“ mit seiner mehrjährigen Miltacher Negativ-Vergangenheit endlich etwas mehr Glück zur Seite. Wir drücken die Daumen.
Dennoch muss man zumindest in der Region Cham erneut ein katastrophales Storchenjahr verbuchen. Die Alttiere haben, wenn man so will, viel zu viel „Freizeit“ und sind sichtbar unterlastet. Kleine Nestsanierungsarbeiten (wie in Miltach derzeit auf Bäckerkamin und Schlossdach) ersetzen halt nicht den (angenehmen) Nachwuchsstress. Einzige Profiteure derzeit sind Mäuse, Frösche, Würmer, Heuschrecken und sonstiges auf der Storchenspeisekarte stehendes Kleingetier, da die Storcheneltern nur mehr ihren Eigenbedarf stillen müssen.

Nachgereicht: Fotos von Paula bzw. Willi auf dem Bäckerkamin vom 21. und 23. Mai – gemacht und zur Verfügung gestellt von der Familie Gödde und Bob Vogl. Vielen Dank!

– – – – –

Keine Hoffnung mehr:
Auch das vierte Storchenjunge tot

30. Mai 2014:
Auch das vierte und damit letzte Storchenjunge kam nicht durch.
Wenn, wie am 29. Mai beobachtet, keines der Alttiere das Familiennest hütet, noch dazu bei diesem Dauerregen, dann müssen alle Hoffnungen begraben werden. Vermutlich ist das eigentlich schon ganz stattlich gewachsene Junge aber schon in den Tagen davor gestorben. Die Alttiere spannten nämlich nicht mehr ihre mächtigen Flügel zum Regenschutz aus und waren auch nicht mehr in der typisch wärmespendenden Haltung zu beobachten.
Es sieht ganz so aus, als würde sich in der Region das wetterbedingte Storchendrama von 2013 wiederholen. Grafenwiesen, Cham und jetzt auch Miltach müssen leider Totalverlust melden.
Es ist zum Heulen.

– – – – –

Und wieder war’s dieses Dreckswetter:
Drei der vier Storchenküken tot!

text

Trauriger, schöner Anblick: Das Bild vom 20. Mai (um die Mittagszeit vom Schloss aus gemacht) zeigt, wie Paula & Willi ein über ihnen kreisendes Fremdstorchenpaar „bedrohen“ – und es zeigt das Köpfchen des einzig verbliebenen Kükens…

20. Mai 2014:
Vermutlich in der Nacht von Sonntag auf Montag (18./19. Mai) sind drei der vier Storchenküken gestorben. Als Todesursache kommt laut dem Miltacher Storchenbetreuer Manfred Renner nur das anhaltend nasskalte Wetter in Frage, das man – im Vergleich zum Vorjahr – als gar nicht so bedenklich einstufte (siehe auch Tagebucheinträge 15. und 18. Mai). Um so tragischer: Seit Montag früh herrscht trockenes, warmes Wetter!
Es passt ins traurige regionale Storchenbild, dass auch aus Grafenwiesen drei tote Storchenjunge gemeldet werden.
Manfred Renner hatte schon am 19. Mai tagsüber ein „sehr schlechtes Gefühl“, als er von seiner Warte („Hochackerl“) aus nur noch ein Köpfchen aus der Nestmulde ragen sah, hoffte aber da noch darauf, dass die anderen nur gerade etwas abgetaucht seien. Als sich das gleiche Bild auch am 20. Mai bot, unter dem Horst auf dem Bäckerkamin aber auch (soweit von unten sichtbar) keine Kadaver zu sehen waren, stieg er aufs Dach – was die Altstörche weder beeindruckte noch vertrieb. Aber auch dort waren keine toten Küken zu sehen. Renner vermutet, dass diese von einem Marder „geholt“ wurden.

Etwas Positives: Renner konnte sich aus nächster Nähe davon überzeugen, dass das übrig gebliebene Storchenkind schon „ganz schön groß“ ist und einen äußerst kräftigen Eindruck vermittelte.

An diesem 20. Mai bot sich dem Schreiber dieser Zeilen um die Mittagszeit (einige Stunden, bevor Renner die traurige Nachricht übermittelte), die Gelegenheit, ein „übliches“ Schauspiel festzuhalten: Geklappere auf dem Schlossdach; ein Fremdstorchenpaar machte es sich für wenige Minuten im Nest bequem. Noch bevor Willi eingreifen konnte/wollte, stiegen die beiden wieder in die Luft, drehten aufreizend lange ihre Runden über der Dorfmitte, wo Paula und Willi die übliche „Drohkulisse“ (Klappern und Flügelschlagen) vom Stapel ließen. Dann verzogen sich die beiden „Eindringlinge“ Richtung Zandt, während Willi sicherheitshalber das Schlossnest besetzte.

Nachwuchs für Solo! Noch was Positives weiß Manfred Renner zu berichten: „Solo“, der sein Glück schon so oft in Miltach probierte, aber immer von Willi vertrieben wurde, freut sich mit seiner Partnerin im Standort Chamerau über Nachwuchs. Dieser hat offenbar glücklicherweise erst in den letzten Tagen das Licht der Welt erblickt und war damit nicht so lange dem Schlechtwetter ausgesetzt.

Die folgenden Bilder – bitte „durchblättern“ – zeigen Aufnahmen vom 20. Mai und den Tagen davor:

– – – – –

„Gewaltiges Gewusel“ im Nest – Paula & Willi vor stressigem Sommer:
Es sind (mindestens) vier Junge!

18. Mai 2014:
Anruf am Abend des 17. Mai von Manfred Renner: Im Nest herrsche gewaltiges Gewusel, „es sind vier Junge, mindestens“. Über diese tollen Nachrichten darf man sich uneingeschränkt freuen.
Wieso auch nicht? Wir erinnern uns – und es darf ein wenig spekuliert werden: Auch 2011 und 2012 bekamen Paula & Willi „Vierlinge“. Das Nachzügler-Baby wurde jeweils abgeworfen. Ella, Frizzi & Isidor (2011) sowie Sissi, Wigg und Bäbbe (2012) aber kamen durch. Die Chancen für die Miltacher Vierlinge 2014, komplett durchzukommen, sind vielleicht etwas höher: Sie schlüpften in relativ kurzen Abständen, und die Wetterbedingungen sind in der Anfangsphase ihres Lebens „einfach ideal“, so Experte Renner. Auch wenn es uns (Beobachtern) die letzten Tage etwas zu nasskalt gewesen sein mag – für Störche sind derlei Zustände kein Problem. Ganz im Gegenteil: Das Futter müsse derzeit nur „aufgeklaubt“ werden. Renner hatte sogar das Glück zu beobachten, wie eines der Alttiere nur etwa 10 Meter neben seinem Anwesen eine Schlange „erschnäbelte“ und vermutlich sich selber dauerhaft einverleibte, da für die Kleinen noch etwas zu überdimensioniert.
Die nächsten Tage soll es sehr warm werden. Es wird sich zeigen, ob das Nahrungsangebot in der Region ausreichend ist, um vier dauerhungrige Jungschnäbel durch diese entscheidende Phase zu bringen. Haben die Küken erst mal eine gewisse Größe erreicht, steigen ihre Chancen sprunghaft, dass die Natur ihren Eltern erspart, „auszusieben“.
Das wünschen wir uns, erst recht Paula & Willi. Falls dem so sei, steht dem Elternpaar ein stressiger Sommer bevor.

– – – – –

„Nachgelegt“:
Mindestens drei Storchenjunge im Bäckerkaminnest

15. Mai 2014:
Was Manfred Renner, Miltachs Storchenbeauftragter, vor ein paar Tagen nur noch nicht „ganz gewiss“ behaupten wollte, ist seit 13. Mai Fakt: Es befinden sich „mindestens drei Junge“ im Nest. Klasse! Und mit diesem „mindestens“ lässt Renner sogar noch ein bisschen Luft nach oben offen.
Dass sich da oben im Bäckerkaminnest ganz schön was rührt, kann man als Beobachter auch ohne optimalen Einblick erahnen. Wie vielfach berichtet wird, ist eines der Alttiere vom Morgengrauen bis zum späten Abend ständig unterwegs, um (erstmal) „Kleinfutter“, also Würmer, Heuschrecken und dergleichen, zu jagen, und dann ihren Kindern „reinzuwürgen“. Das verringert die Gefahr für Frau Maus und Herrn Frosch keineswegs. Schließlich haben Paula & Willi auch einen gewissen Eigenbedarf zu decken.
Nach wie äußerst praktisch und zu gern von P&W in Anspruch genommen: Die nahen (teils künstlich geschaffenen) Feucht- und Nassgebiete am Perlbach. Aber auch auf den „Bräu“-Wiesen scheint der Tisch reichlich gedeckt.
Das Wetter? Etwas zu kalt und damit ein bisschen an das unselige Vorjahr erinnernd, aber das dürfte kein Problem sein. In ein paar Tagen sind sommerliche Temperaturen angesagt. Da freuen sich so ziemlich alle darauf. So ein Storch ist schließlich auch nur ein Mensch.

PS: Hat zufällig jemand aktuelle Nah-Fotos zur Hand und stellt sie für diese Seite zur Verfügung? Paula und Willi sollen sich schon über mangelnde Öffentlichkeitsarbeit beschwert haben…

– – – – –

Tolle Nachrichten:
„Mindestens zwei Küken“!

11. Mai 2014:
Endlich mal wieder Nachrichten vom (aus’m Urlaub zurückgekehrten) Storchenbeauftragten – und dann gleich so gute: Manfred Renner gibt bekannt, dass derzeit „mindestens zwei Jungstörche“ von Paula und Willi gefüttert, gewärmt und beschützt werden. „Wahrscheinlich“, so Renner weiter, „sind es sogar drei.“ Das Nest auf dem Bäckerkamin ist noch schwerer einsehbar als das auf dem Schlossdach. Anhand der „noch sehr kleinen Küken“, man sehe bei günstiger Konstellation gerade die Köpfchen ein wenig hervorschauen, datiert Renner deren Schlüpftage auf den Bereich zwischen 4. und 7. Mai.
Damit ist man also um etwa zwei, drei Wochen früher dran als im Vorjahr. Wir erinnern uns ungern: Im unseligen Storchenjahr 2013 fielen in der Region fast alle gerade frisch geschlüpften Storchenkinder dem von Mitte Mai bis Anfang Juni anhaltenden Katastrophenwetter (Hagelstürme, Dauerregen und Kälte) zum Opfer.
Das darf sich dieses Jahr nicht wiederholen, lieber Herr Petrus! Wir vom „Bodenpersonal“ wollen uns mal wieder uneingeschränkt über ein wirklich gutes Storchenjahr feiern. Es muss auch kein bisschen spannend sein…

– – – – –

Paula & Willi im Dauer-Verteidigungsmodus:
Schwere Kämpfe über Miltach

Willi am späten Nachmittag des 30. April im Schlossnest, nachdem er das Fremdpaar vertrieben hat.

Willi am späten Nachmittag des 30. April im Schlossnest, nachdem er das Fremdpaar vertrieben hat. Da schien bereits alles zu sein wie immer – war’s aber nicht…

1. Mai 2014:
Das beschauliche Familienleben der letzten Wochen für Paula und Willi wurde am 30. April – zu einem Zeitpunkt, um den herum das erste Küken schlüpfen sollte – jäh unterbrochen. Mit einem fremden Storchenpaar hatten das Miltacher „Stamm-Duo“ weitaus mehr Mühe als üblich; normalerweise reichte in der Regel ein Konterangriff von „Dirty Willi“ – und a Ruah war. So schien es auch am frühen Abend des 30. April auch aus. Willi ließ sich zwar verhältnismäßig viel Zeit, um seinen Gegenangriff auf das im Schlossnest Platz nehmende Paar zu starten (geschieht in der Regel nach wenigen Sekunden), aber immerhin flüchtete es dann auf ein dorfauswärts gelegenes Scheunendach.
Am späten Abend allerdings dann folgende Beobachtungen bzw. Wahrnehmungen:
Das Fremdpaar (mindestens ein Tier davon beringt – siehe auch Fotos) nahm wieder das Schlossnest ein, während die ob dieser Frechheit gleichermaßen beeindruckten und genervten Paula & Willi auf dem Bäckerkamin (wo ja auch noch gebrütet wird) wild klapperten und mit Flügelschlagen „drohten“.
Richtig dramatisch wurde es den Meldungen eines unmittelbaren Bäckerkamin-Anwohners zufolge gegen 21.30 Uhr, im Nachtdunkel also: Die beiden Storchenpaare lieferten sich am und über dem Bäckerkamin lange, erbitterte Kämpfe, bis sich das Geschehen endlich beruhigte. Erst am Morgen des 1. Mai durfte man einigermaßen beruhigt feststellen, dass Paula & Willi körperlich ziemlich unversehrt aus den Kämpfen hervorgingen. Des weiteren ist zu beobachten, dass weiterhin gebrütet wird. Gewisse „Sorgfaltsbewegungen“ der Alttiere lassen auch schon Vermutungen um ein geschlüpftes Jungtier zu. Bleibt zu hoffen, dass Ei(ern)/Jungtier(en) nichts zugestoßen ist.
Willi verbrachte am 1. Mai lange Zeit im Horst auf dem Schlossdach, nahm es zudem ausführlich „unter die Lupe“. Bevor er wieder „heimwärts“ zu seiner Paula flog, „markierte“ er es gar mit einem gehörigen Kotstrahl. Sozusagen als vorauseilende Warnung an Eindringlinge: „Schleicht’s eich!“

Anmerkung des Miltacher Storchentagebuchschreibers: Der Informationsfluss ist seit dem „Umzug“ Paulas & Willis auf den Bäckerkamin nach wie vor leider ziemlich dürftig. Es fehlt an mitteilungsfreudigen Beobachtern (wie einem Ernst Martin sen. – dem Schlossnachbarn entging so gut wie nichts) und Fotografen, die ab und zu Bilder zur Verfügung stellen. Vielleicht gibt es sie doch, und man weiß nur nicht voneinander(?).

Bilder vom 30. April und 1. Mai – bitte durchblättern:

 – – – – –

Miltach voller guter Hoffnung:
Es wird gebrütet

6. April 2014:
Seit 1. April, möglicherweise schon seit 30./31. März (die Beobachtungsmeldungen gehen etwas auseinander) wird von Paula & Willi auf dem Bäckerkamin gebrütet.
Ansonsten, man kennt das „Spielchen“ schon aus dem Vorjahr: Einzelne Fremdstörche dringen ein, ziehen erst ihre Kreise über dem Bäckerkamin, trauen sich aber an die wild flügelschlagenden und klappernden Paula & Willi nicht näher ran. Dann versuchen sie die Alternative: Das Nest auf dem Schlossdach. Kaum dort gelandet, startet Willi den Gegenangriff – und dann wird die Flucht ergriffen. Paula und vor allem Willi: rigoros wie eh und je.

– – – – –

Berichtigung… „Solo“ behält Partnerin, Willis Partnerin vermutlich Paula! Deswegen:
Alles bestens in Miltach – und Chamerau

31. März 2014:
Manfred Renner revidiert seine Beobachtungen vom 25. März – und dies ist ausschließlich positiv. Richtig ist nach wie vor, dass „Solo“ ein weiteres Mal aus Miltach vertrieben wurde. Bei dem „Vertreiber“, auch davon darf man weiterhin ausgehen, handelt es sich um Miltachs Chefstorch der letzten Jahre Willi.
Die Störchin, mit der Willi seit 25. März den Bäckerkamin bewohnt, ist allerdings nicht die Partnerin Solos. Diese ist nämlich mit ihrem leidgeprüften Mann nach Chamerau gezogen. Gott sei Dank. Mensch wünscht dem Storchenmann aus dem niedersächsischen Velpke (dort 2007 geschlüpft, Ringnummer 4X633) längst das Allerbeste – oder in diesem Fall mal wieder wenigstens das Zweitbeste.
Aber wer ist dann Willis Partnerin? Von „Eroberungskämpfen“ war nichts zu sehen. Vielmehr waren Beobachter der Geschehnisse vom 25. März verblüfft, wie „ergeben“ die Dame dem „Eindringling“ Willi gleich von Beginn an war. Naaa, wer ist sie dann wohl? Klare Sache (oder sagen wir zu 99,5 % klare Sache) – Paula ist zurück!
Es darf vermutet werden:
1. dass die beiden Ostzieher Paula & Willi entweder ihre gemeinsame Rückkehr auf den Tag genau gelegt haben, oder
2. eine(r) der beiden schon früher zurück war und in diverse Kämpfe mit Solo & Partnerin, die zu beobachten waren, verwickelt war, dabei den kürzeren zog und dann die (eheliche) Verstärkung abwartete.

Gehen wir bei den weiteren Beobachtungen und Tagebucheinträgen also ruhig davon aus, dass es sich bei dem derzeit auf dem Bäckerkamin residierenden Paar um Paula & Willi handelt. A bisserl Romantik muss bei aller Sachlichkeit schon erlaubt sein.
Jetzt haben die Storchenfreunde, in Miltach und anderswo, nur einen Wunsch: (Viel) besseres Wetter als 2013!

– – – – –

„Schmutziger Storch“ verjagt „Solo“ und übernimmt dessen Partnerin:
Kaum Zweifel, Willi ist zurück!

26. März 2014:
Miltachs Storchenbetreuer Manfred Renner war selbst Augenzeuge am frühen Nachmittag des 25. März: Ein Eindringling greift massiv das Storchenpaar („Solo“ und Partnerin) auf dem Bäckerkamin an – und setzt sich schließlich (leicht verletzt, so Renner) durch. Nicht nur das: Er gewinnt auch noch das Weibchen für sich, während der arme Solo zum x-ten Male in Miltach das Nachsehen hat und dann auch gleich den Abflug Richtung Chamerau macht, wo er ja eigentlich auch „zu Hause“ ist.
Bei dem „Fremdstorch“ kann es sich nur um Willi, also den „angestammten Miltacher Chef-Storch“ der letzten Jahre, handeln. Dafür sprechen zwei wesentliche Indizien: Er trägt ein stark verschmutztes Federkleid (deswegen ja auch „Dirty Willi“ genannt), und er ist im Zweikampf unerbittlich.
Bei aller Sympathie für den scheinbar endlos unglücklichen Solo: Willkommen zu Hause, Willi!
Jetzt bleibt allerdings noch die Frage nach Willis „offizieller Gattin“ Paula. Die Störchin, die mit Solo die letzten Wochen auf dem Bäckerkamin verbrachte (das Eheleben wurde zwar sichtlich genussvoll „gepflegt“, aber es wurde nicht gebrütet), ist mit größter Wahrscheinlichkeit nicht Paula. Denn Paula ist, wie Willi, Ostzieherin. Und deren Rückkehr ist normalerweise nicht vor Ende März.
Hat sich Willi gedacht „Hm, natürlich wäre mir Paula lieber. Aber wer weiß… wenn ihr was zugestoßen ist, dann stehe ich ohne Frau da…“? Wir wissen es nicht. Aber so ein Storch ist auch nur ein Mensch, nicht wahr?!
Wie auch immer: Willi hat nicht lange gefackelt und seiner neuen Dame gleich gezeigt, dass er in der Schule mehr als Nestbauen und Klappern gelernt hat. Das gibt mächtig Ärger, sollte Paula die nächsten Tage heim kommen, sich auf den „zuvorkommenden“ Gatten und eine schön gemachte Wohnung freuend. Weia!
Leicht machen sie es sich ja nicht, die Störche untereinander – uns (Gott sei Dank) machtlosen Beobachtern aber auch nicht.

– – – – –

„Solo“ und Partnerin parieren erste Angriffe, aber bange Aussichten:
Was passiert, wenn Paula & Willi zurückkommen?

Textz

Angriffe eines Artgenossen abgewehrt: Solo (rechts) und Partnerin am Nachmittag des 20. März auf dem Bäckerkamin.

21. März 2014:
Soweit aus relativer „Entfernung“ beobachtbar – ein perfekter Nachrichtenzulieferer wie Ernst M. sen. für die Geschehnisse auf dem Schlossdach steht für den Bäckerkamin offenbar leider nicht zur Verfügung – führte „Solo“ mit seiner neuen Gefährtin seit Anfang März ein für seine (Miltacher) Verhältnisse geradezu paradiesisches Leben.
Am Vormittag des 20. März machte ein einzelner Fremdstorch Ärger, indem er zunächst das Nest auf dem Schloss anflog, was Solo und Frau genauso wenig in den Kram passte wie dessen unverschämte Inspektion des Familiensitzes auf dem Bäckerkamin. Da waren schon einige Extrarunden mit Gegenangriffen vonnöten. Dann hatte der Fremdling „genug gesehen“ und dampfte Richtung Bad Kötzting ab. Das Hausherrenpaar genoss wieder seine Zweisamkeit.
Gebrütet wird trotz „intensiven Ehelebens“ in den letzten Wochen noch nicht, man wartet offensichtlich wärmere Zeiten ab.
Positiv im bisherigen Storchenjahr auf jeden Fall: Keine Nilgänse auf dem Schlossdach.

Die Miltacher Storchenfreunde fragen sich allerdings, was los sein wird, wenn die Miltacher Chef-Adebars der letzten Jahre, Paula und Willi (Ostzieher), zurückkehren – und dann Solo und Gattin entdecken?
Es ist kaum anzunehmen, dass „Willi Gnadenlos“ und seine holde Paula „ihr Miltach“ mit einem anderen Paar teilen und kampflos aufs – ursprüngliche, aber seit 2013 aus welchen Gründen auch immer nicht mehr favorisierte – Schlossnest ausweichen, auch wenn der Miltacher Storchenbetreuer Manfred Renner überzeugt ist, dass das Nahrungsangebot in und um Miltach locker für zwei Storchenpaare reichen würde.
Als Beobachter ist man in der emotionalen Zwickmühle: Eigentlich „hält“ der Mensch eher zu den aktuellen „Horst-Inhabern“ und „unterstützt“ deren Verteidigungsbemühungen. Es kommt hinzu, dass „der schöne Niedersachse“ Solo in Miltach schon so viel Leid erfuhr (unter anderem den Tod seines Weibchens nach einem dramatischen Abwehrkampf im März 2012).
Andererseits hat man natürlich Paula und Willi in den Vorjahren zu sehr ins Herz geschlossen.
Man kann  nur abwarten und beobachten.

– – – – –

Früher Beginn des Miltacher Storchenjahres 2014:
Bäckerkamin von Paar besetzt – von „Solo“ und neuer Gattin

3. März 2014:
Seit 28. Februar ist der Luftraum über Miltach wieder Hoheitsgebiet von Störchen.

An diesem Tag thronte zunächst ein Einzeltier im Horst auf dem Schlossdach, am 1. März kam ein weiteres auf dem Bäckerkamin dazu, ohne dass ein „Verhältnis“ zu erkennen gewesen wäre.
Wie auch immer: Die Nacht vom 2. auf 3. März verbrachte dann ein Paar auf dem Bäckerkamin.
Miltachs Storchenbetreuer Manfred Renner schaute etwas genauer hin – und siehe da: „Solo“ (Ringnummer 4X633), der in Miltach schon soviel Pech hatte (siehe mehrere Tagebucheinträge in den letzten Jahren) und eigentlich in Chamerau „zu Hause“ ist, probiert sein Glück ein weiteres Mal in Miltach. Bei seiner Partnerin handelt es sich nicht um die „Schweizerin“ (siehe Tagebucheintrag 25. März 2013), sondern um eine „Neue“ (unberingt).

– – – – –

Offiziell:
Miltacher Storchenjahr 2013 abgeschlossen

3. September 2013:

Ob es nun Paula & Willi oder (vermutlich eher) ein anderes
Storchenpaar war, das zuletzt auf dem Bäckerkamin
residierte/rastete, lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen. Seit
28. oder 29. August jedenfalls ist Miltach für lange Zeit wieder
„storchenfrei“, so dass auch Horstbetreuer Manfred Renner
das Miltacher Storchenjahr 2013 offiziell für abgeschlossen
erklärt.

Soviel man mit diesen beliebten Vögeln auch schon mitmachen musste
– 2013 dürfte aufgrund der extrem hohen Sterberate bei Jungtieren
nicht nur in Miltach als Negativrekordjahr in Erinnerung bleiben.

Das Beste und Wichtigste aber: Paula
& Willi blieben dem Dorf an Regen und Perlbach bis zum Schluss
erhalten. Gute Reise, ihr Beiden. Bis 2014, in Miltach!

Rätsel zum Saisonende:

Wieder Storchenpaar auf
Bäckerkamin (!?)

25. August 2013:

Kaum war die Rede davon, dass nur noch ein Alttier (Willi) die
Restsaison 2013 in Miltach verbringt, zeigte sich am Abend des 25.
August wieder ein Storchenpaar auf dem Bäckerkamin.

Die Beobachtungen, dass „Willi solo“ die Stellung hält
und verteidigt (siehe Tagebucheintrag im Anschluss), machten mehrere
Storchenfreunde inklusive Horstbetreuer Manfred Renner.

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Paula etwa zwei Tage weg war, um
dann noch einmal zurückzukehren. Vielmehr wird vermutet, dass
Willi, der am Abend des 24. August noch allein auf dem Bäckerkamin
gesehen wurde, am Tag darauf seiner Gattin folgte und nun ein
anderes Storchenpaar auf „Durchflug“ ins Winterquartier in
Miltach übernachtet. Demzufolge müsste dann aber am Montag, 26.
August Miltach völlig „storchenfrei“ sein…

Paula schon auf dem Weg in den Süden:

Willi hält noch die Stellung

24. August 2013:

Paula ist nicht mehr da und ganz der Regel entsprechend schon vor
dem Gatten Richtung Afrika abgeflogen.

Willi hält die Stellung – und verteidigt sie. Am 24. August um die
Mittagszeit machte er durch lautes Klappern im Schlossnest auf sich
aufmerksam. Ein Storchenpaar, vermutlich ebenfalls auf der
Durchreise gen Süden, drehte über Miltach seine Runden. Willi,
konsequent wie immer, lässt bis zu seinem eigenen Abschied keine
Debatten aufkommen, wem das Dorf „gehört“. Recht so.

In den nächsten Tagen wird er seiner Paula folgen.

P&W räumen auf:

Finale Horstarbeiten

18. August 2013:

Das hat man rund ums Schloss lange nicht mehr so intensiv vernommen:
Paula und Willi gaben am 17. August um die Mittagszeit ein
Klapperkonzert. Da weder unrechtmäßig in ihr Hoheitsgebiet
eingedrungene Artgenossen noch das viel unrechtmäßigere, dauerhaft
ziemlich nervige Nilgänsepaar zu sehen waren, handelte es sich wohl
um ein Freuden- und Triumphgeklappere mit der Aussage: „Wir
sind die Chefs hier, freuen uns an und über uns. Bald hauen wir ab
nach Afrika. Viel Gelegenheit, uns zu fotografieren, gibt’s also
nicht mehr…“ Na ja, möglicherweise war es auch ganz anders
gemeint.

Ein deutlicher Hinweis, dass sie Miltach bald wieder für längere
Zeit verlassen, waren jedenfalls die ausgiebigen Arbeiten am arg
verwilderten, teils überwucherten Schlossnest, die sie,
unterbrochen von ebenso intensiver Eigenkörperpflege, über mehrere
Stunden durchführten. Willi, zumindest in den ersten Wochen nach
seiner Rückkehr (auch) an seinem etwas, äh, unsauberen Federkleid
auszumachen und deshalb auch mit dem Beinamen „Dirty“
betitelt, präsentiert sich zum Ende der Storchensaison in blütenweiß. Da dürfte Madame Paula nicht mehr viel Grund zum
Mosern haben.

Bleibt noch ein paar Tage da, ihr Beiden!

Letzte Tage für Paula & Willi in
Miltach:

Zeichen stehen auf Abschied

13. August 2013:

Die Nilgänse beanspruchen nach wie vor das Schlossdach inklusive
Storchenhorst für sich. Paula & Willi scheinen der Reibereien
mit diesen komischen, angriffslustigen Eindringlingen mit Augenmaske
überdrüssig und lassen diese, freiwillig oder nicht, gewähren –
vermutlich mit der Ansage: „Ok, heuer dürft ihr noch,
nächstes Jahr wollen wir euch nicht mehr hier sehen.“

Das Storchenpaar dürfte jetzt seine letzten Tage
2013 in Miltach verbringen. Ob sich die beiden schon den ersten
Südzügen (mit überwiegend Jungtieren) oder den späteren
(gewöhnlich Ende August bis Anfang/Mitte September) anschließen,
wird man sehen.

Eine sehr traurige Storchennachricht aus
unmittelbarer Umgebung ist noch nachzutragen: Der Grafenwiesener
„Franzi“, einzig verbliebene Jungstorchenhoffnung weit und
breit, ist, kaum war er flügge, am 6. August vom Zug (!) erfasst
worden. Mehr siehe hier.

2013 ist, da braucht man nicht lange drum herum
reden, ein katastrophales Storchenjahr. Die nüchternen Beteuerungen
der Fachleute, die Natur würde das schon wegstecken und der
insgesamt ganz positive Trend der letzten Jahre hinsichtlich der
Storchenpopulation werde dadurch kaum beeinträchtigt, trösten nur
bedingt. Aber Hauptsache, sie haben Recht.

Für die Storchenfreunde „vor Ort“ ist
der größte Trost doch der, dass wenigstens die Alttiere die
wochenlange Wettermisere überstanden haben.

Frühjahr/Sommer in Miltach ohne Paula & Willi jedenfalls ist
schwer vorzustellen. Und: Sie sind noch da. In alter Frische.

Unangenehmer Dauerbesuch für Paula
& Willi:

Nilgänse

19. Juli 2013:

Vor etwa einem Jahr wagten „Die fabelhaften Drei“ – Sissi,
Wigg & Bäbbe – ihre Erstflüge (siehe Tagebuch weiter unten).
Jede noch so kleine ihrer Entwicklungsstufen wurde von vielen
Menschenaugen aufmerksam registriert. Die Elterntiere Paula &
Willi dagegen „liefen“ eher am Rande mit; um sie machte
man sich kaum Gedanken oder gar Sorgen, dabei hatten sie die ganze
Arbeit…

Nach dem Tod ihrer 2013-er Kinder fristen sie erneut ein eher
unauffälliges bzw. unbeobachtetes Leben. Selbst die vielen,
ausschließlich erfolgreich verlaufenen Gegenangriffe von
Artgenossen, die sich einem der beiden Miltacher Horste auf
Schlossdach und Bäckerkamin näherten oder gar zu landen
versuchten, wurden nur noch am Rande wahrgenommen. Die Macht der
Gewohnheit ereilt auch – oder gerade – souveräne Dauersieger wie
Paula & Willi.

Aber: denen ist das völlig schnuppe, Hauptsache kein Stress (mehr).

Seit etwa einer Woche allerdings
haben sie offensichtlich neue Feinde, die weder sie selber noch die
hiesigen Vogelexperten auf der Rechnung hatten: Ein Paar Nilgänse
scheint das Schlossdach inklusive dem Storchenhorst mehr und mehr
für sich zu beanspruchen. Den Nilgänsen, die in Bayern (noch) sehr
selten anzutreffen, generell in Deutschland und den Nachbarländern
aber auf dem „Vormarsch“ sind, sagen manche Experten eine
ziemlich aggressive Art nach. Des Menschen Haltung zur Nilgans darf
als „gespalten“ bezeichnet werden, wie sich aus
zahlreichen Artikeln im Internet entnehmen lässt. Die einen setzen
auf die „natürliche Selbstregelung“, während andere den
Nilgänsen buchstäblich an den Kragen wollen, weil sie die
Ausrottung heimischer Entenarten befürchten. Auch von der
Vertreibung manches alteingesessenen Storchenpaares ist zu lesen.

Paula & Willi jedenfalls sind die
beiden Eindringlinge inzwischen mächtig ein Dorn im Auge, den sie
meistens vormittags ertragen müssen. Deswegen führten sie, wie
Miltachs „Chef-Storchenbeobachter“ Ernst M. berichtet,
schon mehrere Vertreibungsversuche – allerdings mit mäßigem
Erfolg. Das Gänsepaar flüchtet höchstens aus dem Storchennest,
verbleibt aber auf dem Dachfirst.

Am 19. Juli konnte man den Kampf
„Zwei gegen zwei“ gut beobachten und in einer kleinen
Bildserie festhalten (unten chronologisch von links nach rechts –
zum Vergrößern anklicken).

Zunächst besetzten Paula & Willi „ihr“ Nest (auf den
Bildern ist nur eines der beiden zu sehen), ein paar Meter daneben
die Gänse. Kein Klappern hier, kein Schnattern dort. Regungsloser
Psychokrieg, knisternde Spannung, die auch „unten“
deutlich zu spüren ist. Nach einigen Minuten „versammeln“
sich plötzlich die vorher noch in etwas Abstand zueinander
verharrenden Gänse, trippeln aufgeregt, recken die Hälse und
setzen zu einem (für Menschenohren ziemlich „hässlich“
klingenden) Kriegsgeschnatter an. Dann geht es rasch: Angriff der
Gänse! Der Storchenfreund denkt sich noch „Sakra, die trauen
sich was!“.

Paula & Willi wehren den Angriff souverän ab, den
entsprechenden Bildern meint man zumindest sehr
„beeindruckte“ Gansmienen anzusehen. Wie auch immer:
Klarer Punktsieg für das Storchenpaar. Doch die Gänse, irgendwie
immer noch im Angriffsmodus, hissen wegen ein paar Watschen nicht
gleich die weiße Fahne und haben’s obendrein auch ganz schön im
Köpfchen. Denn jetzt fliegen sie im Duo den unbesetzten
Bäckerkamin an, was natürlich Paula & Willi erst recht nicht
leiden können. Diese fliegen nach, holen sie ein und besetzen nun
also ihren Hauptsitz in der Dorfmitte. Das Gänsepaar dagegen wendet
und fliegt nun wieder das Schlossdach an, um direkt im Storchennest
zu landen.

Ein Comiczeichner würde jetzt wohl darstellen, wie die Gänse den
Störchen feixend die Zunge zeigen, während „Willi
Gnadenlos“ vor Wut kocht und nur von seiner Paula („Lass
doch das blöde Gesindel!“) von der nächsten
„Säuberungsaktion“ abzuhalten ist.

Es sieht ganz so aus, als sei in
dieser Geschichte das letzte Kapitel noch nicht zugeschlagen. Die
neutralen Naturschützer werden aber verstehen, dass die Sympathien
ganz klar auf Seiten von Paula & Willi sind. Die beiden Banditen
(deutlich an ihrer Augenmaske zu erkennen, höhö) werden
hoffentlich irgendwann das Weite suchen.

Keine besonderen Vorkommnisse:

Paula & Willi im Wellness-Modus

24. Juni 2013:

Neugierige Artgenossen, die den Horsten auf Bäckerkamin und
Schlossdach allzu nahe kommen und meist aufgrund des entschiedenen
Abwehrverhaltens des „Besitzerpaares“ auch sehr schnell
wieder das weite suchen, sind die einzige Abwechslung für Paula
& Willi. Ansonsten vertreibt sich das Storchenpaar die Zeit mit
gemeinsamen Ausflügen (vorzugsweise auf frisch gemähte Wiesen) und
ausgedehnten Putzeinheiten.

Der „Tisch“ in und um Miltach dürfte mit Leckereien
(Mäuse, Frösche, Kröten, Würmer…) im Überfluss gedeckt sein,
müssen doch leider nur zwei Langschnäbel versorgt werden.

Paula & Willi befinden sich quasi im aufgezwungenen
Wellness-Modus.

Paula & Willi leben es vor:

Das Leben geht weiter

10. Juni 2013:

„Das Leben geht weiter“: Diese nach traurigen Ereignissen
angewandte Formel wird von Paula und Willi derzeit besonders
transparent vorgelebt.

Am Sonntag, 9. Juni, machte zur Mittagszeit mal wieder ein fremdes
Storchenpaar Ärger und zeigte vergleichsweise gute Kondition, als
es den beiden Miltacher Storchennestern auf Bäckerkamin und
Schlossdach wiederholt sehr nahe kam. Das Miltacher Paar schien sich
über derlei Abwechslung zu freuen. Erst wurde der Luftraum über
Miltach-City „gereinigt“, dann verlagerte sich das
Geschehen in Richtung Schloss, wo Paula und Willi – wiederum
gemeinsam – für klare Verhältnisse sorgten, als sie den inzwischen
mit „prächtigem Grün“ bewachsenen Horst sicherten. Dann
reichte es den Eindringlingen, sie zogen ab.

Kurz darauf war Inspektion der Flutlichtanlage des FC Miltach
angesagt. Nachdem sie an der Technik nicht das geringste zu
bemängeln hatten, legten P&W dort gleich eine gründliche
Körperpflege ein. Paula war als erste damit fertig und flog heim,
um dort ein Weilchen in Brütstellung zu verbleiben, während Willi
noch eine gute Stunde als Model verharrte (siehe Bilder unten).

Gute Nachrichten aus Grafenwiesen,
schlechte aus Bad Kötzting und Chamerau… – Paula & Willi ohne
Nachwuchsbemühungen:

Traurige Bilanz

8. Juni 2013:

Keine Brutstellung mehr, dafür lange gemeinsame Putzphasen im
Bäckerkaminnest und ausgedehnte Ausflüge zu zweit… Damit ist
endgültig klar, womit man rechnen musste: Paula & Willi
eröffnen keine „zweite Nachwuchsrunde“ 2013. Immerhin
bleiben sie selber, so die Vermutung mehrerer Experten, Miltach
erhalten.

Tolle Nachrichten gibt es aus dem
ganz neuen Storchenstandort Grafenwiesen, wo Irmgard Engelhart das Tagebuch
(bitte anklicken) führt. Glücklicherweise sind dort Junge erst
geschlüpft, nachdem das für Mensch, Tier und Natur so
katastrophale Dauerschlechtwetter ein Ende nahm. Glückwunsch nach
Grafenweisen – und weiterhin alles Gute!

Wie man einem Artikel der
„Kötztinger Zeitung“ vom 8. Juni (Redakteurin: Doris
Zitzelsberger) entnehmen musste, sind (mit hoher Wahrscheinlichkeit)
auch in Bad Kötzting (Storchenvater: der Ex-Miltacher Ferdinand)
und Chamerau („Teilzeit-Miltacher“ Solo) alle Küken dem
nasskalten Wetter zum Opfer gefallen, ebenso wie schon vor mehreren
Tagen gleich vier Junge vom „Straubinger Turm“ in Cham,
dem weithin traditionellsten Storchenstandort.

Im gleichen Artikel wird Markus
Schmidberger (LBV-Zentrum „Mensch und Natur“, Kreis Cham)
zitiert: „Das Jahr fing super an, wir hatten so viele
Storchenhorste wie noch nie. Und jetzt müssen wir so viele
Todesfälle wie noch nie verzeichnen.“

In der Region haben es, so Schmidberger, nur die Jungstörche in
Grafenwiesen, Eschlkam, Arnschwang, Michelsdorf und vom zweiten
Chamer Paar geschafft. Bei den Storchenelternpaaren handele es sich
ausschließlich um Ostzieher.

Insgesamt ist derzeit – in der Mitte der Storchensaison – von einer
70-prozentigen (!!) Sterberate unter Bayerns Jungstörchen die Rede.

Nach dem Tod der Jungstörche:

Fragen – und ein kleines Stück
Hoffnung…

6. Juni 2013:

Der am 5. Juni eintretende Wetterumschwung kam vermutlich nur um
wenige Stunden zu spät für das/die letzte(n) Küken…

Den Fall, dass Storcheneltern
komplett ihres Nachwuchses beraubt werden, gab es in mittlerweile 13
Jahren Miltacher Storchenhistorie noch nicht.

Deshalb werden derzeit oft folgende Fragen gestellt:

  • Machen Paula & Willi noch
    mal einen Nachwuchs-Neuanfang?

    Dafür reicht „normalerweise“ die Zeit nicht mehr;
    es sei denn, man verlegt das Ende der Storchensaison mit dem
    Wegzug der Jungstörche auf Mitte/Ende September (der
    „spätere“ Ostzieher-Nachwuchs verlässt die Heimat
    gewöhnlich im Zeitraum Anfang bis Ende August, die Alttiere
    Ende August/Anfang September).

    Was allerdings zumindest leichte Hoffnung auf eine Nachbrut
    macht, ist die Tatsache, dass eines der beiden Elterntiere Paula
    und Willi jetzt wieder ständig den Horst auf dem Bäckerkamin
    besetzt und, mehr noch, ständig die typische Brütstellung
    einnimmt.

  • Was machen Storcheneltern, falls
    sie ihre Nachwuchsbemühungen abgehakt haben? Verharren sie an
    „ihrem Familienstandort“ oder vagabundieren sie dann?
    Bleiben sie überhaupt als Paar zusammen? Haben sie gar eine Art
    „Negativerlebnis-Gedächtnis“, das ihnen das
    Verbleiben bzw. das Wiederkommen verleidet?

    Miltach ohne Paula & Willi?

Der Ball liegt jetzt bei den Fachleuten. Vielleicht liest eine(r) davon hier mit und
meldet sich?

Voilà! Soeben als letzte Nachricht eingetroffen: Am 7. Juni geben
Verantwortliche vom LBV-Zentrum „Mensch und Natur“ (Kreis
Cham, Sitz Nößwartling/Arnschwang) eine Art Pressekonferenz zur
fatalen Lage der regionalen Vogelwelt. Dabei werden sicher auch oben
genannte Fragen behandelt.

Paula & Willi
allein im Nest:

Auch letztes
Küken gestorben

4. Juni 2013:

Wer in der ersten Hälfte des Dienstag, 4. Juni (statt dunkel-
immerhin schon hellgrauer Himmel, etwas wärmer als zuletzt, vor
allem trocken) mehrmals zum Storchennest auf dem Bäckerkamin
blickte, schwankte zwischen Hoffen und Bangen. Was hatte es zu
bedeuten, dass die Storcheneltern immer wieder lang standen, statt,
wie in den letzten Tagen, fast ausschließlich über dem/n Küken zu
hocken?

Am Abend des 4. Juni kam dann die offizielle Bestätigung dessen,
was man sich denken konnte, nachdem im Laufe des Tages die
Elterntiere Paula & Willi gleichzeitig das Nest für längere
Zeit verlassen hatten.

Miltachs
Storchenbetreuer Manfred Renner schreibt:

– – – – –

„Hallo Alois,

unsere Störche sind ohne Nachwuchs.

Vor 2 Tagen, am 2.6., konnte ich noch ein Kükenköpfchen stehen.

Heute Mittag von 12.30 bis 14.30 Uhr war ich auf dem Hochackerl zum
Beobachten. Es war ein Alttier am Horst und putzte sich ausgiebig.
Nach einer Dreiviertelstunde legte es sich doch noch ins Nest, und
ich hatte wieder Hoffnung. Leider stand es nach ungefähr 20 Minuten
wieder auf und putzte sich wieder eine halbe Stunde.

Da war mir klar, dass der Nachwuchs gestorben ist.

Rund um den Horst ist aber kein totes Küken zu sehen. Vielleicht
liegen sie noch im Nest.

Bei Beobachtung vom Schlossgarten aus habe ich dann gesehen, dass
der Altvogel weggeflogen ist. Beide kamen dann 10 Minuten später
zusammen zurück. Es wurde noch ordentlich geklappert, aber nicht
gefüttert.

Ich habe dann die Beobachtung abgebrochen.

Manfred“

– – – – –

Am späten Abend der
traurige Anblick von Paula & Willi, wie sie im Nest stehen – von
den Aufgaben entbunden, die sie so gern weiter erfüllt hätten.

Dieses unendlich
scheinende und sich jetzt doch langsam abschwächende
Katastrophenwetter, das vor allem durch seine wuchtigen Auswirkungen
auf Menschen, Gebäude, Infrastruktur und Landschaft seit Tagen die
Nachrichten und Schlagzeilen bestimmt, hat in der Tierwelt
natürlich nicht nur beim Storchennachwuchs zu größten Verlusten
geführt. Die Kleinvögel traf die Naturgewalt zum ungünstigsten
Zeitpunkt – und wohl am härtesten: Unzählige tote Tiere unter
Bäumen, Büschen und sonstigen Nistplätzen. Wer den Absturz
überlebte, wurde Opfer von wetterresistenteren, meist größeren
Artgenossen, zum Beispiel Elstern.

Der emotionsbeladene Mensch hält sich bei „höherer
Gewalt“ zwangsläufig an rationaler ausgestattete Zeitgenossen,
die einen dieser Tage mit so Statements wie beispielsweise
„Tja, die Natur ist grausam, so Unwetter gehören dazu… aber
sie steckt das weg, das war schon immer so…“ nur teilweise zu
trösten vermögen – auch wenn sie sicher recht haben…

Hier handelt es sich
um eine Storchenseite, derzeit quasi die Seite von tapferen
Storcheneltern namens Paula & Willi. Die beiden bleiben Miltach
hoffentlich erhalten.

Die „naheliegendsten“ Nachwuchswünsche liegen nun beim
Ex-Miltacher Ferdinand, dem, zusammen mit Gattin, in seinem zweiten
Bad Kötztinger Jahr hoffentlich mehr Familienglück beschieden ist
sowie dem mehrmaligen „Teilzeit-Miltacher“ Solo und seiner
Schweizerin in Chamerau.

Ende des Katastrophenwetters in Sicht:

Storchennachwuchs wohlauf (!?)

3. Juni 2013:

Das seit Wochen anhaltende Antiwetter hat in den letzten Tagen
katastrophale Ausmaße angenommen: Unglaubliche
Niederschlagsmengen, Überschwemmungen, Schäden, manchenorts pure
Verzweiflung.

Das gleiche gilt für die Storchenwelt; in unzähligen Nestern ist
hoffnungsvolles Nachwuchsleben der Nässe und Kälte zum Opfer
gefallen, wie die jeweiligen Betreuer berichten.

Wie sieht es auf dem Miltacher Bäckerkamin aus? Da ist Otto
Normalbeobachter nach über einer Woche „Info-Sperre“ mal wieder auf eigene Wahrnehmungen aus
der Distanz angewiesen.

Ein Elterntier, wahrscheinlich
meist Paula, befindet sich praktisch rund um die Uhr in
Hockstellung. Das müsste bedeuten, dass das/die Küken noch am
Leben ist/sind. Jetzt gilt es, noch ein paar Stunden durchzuhalten.

Ab 4. Juni jedenfalls und auch für die Folgetage ist nämlich
deutliche Wetterbesserung angesagt.

Vorübergehende Wetterbesserung, erst
mal Durchschnaufen und…

…Kräfte tanken fürs nächste
Tief

28. Mai 2013:

Auch in den vergangenen Stunden traurige Meldungen aus allen Teilen
Deutschlands, wo viele weitere Jungstörche das anhaltend nasskalte
Wetter nicht überlebten.

Am 28. Mai ist die angekündigte Wetterbesserung in Miltach und
Umgebung eingetroffen; es ist bei zeitweise sehr starker Bewölkung
trocken, ab und zu lässt sich gar die wärmende Sonne blicken, so
dass glatt unglaubliche Temperaturen von um 20 Grad erreicht werden.

Im Nest auf dem Bäckerkamin scheint alles in Ordnung zu sein. Paula
und Willi haben offenbar einen wichtigen Etappensieg geschafft und
den Nachwuchs gut durch die letzten Tage und Nächte gebracht. Jetzt
gilt es für das/die Küken (genaue Anzahl unbekannt) und die
Storcheneltern, Kraft und Wärme zu tanken, denn die Wetterfrösche
sagen eine weitere tagelange Schlechtwetterperiode voraus:
„Kalt und nass!“ Das ist einfach, Verzeihung, zum Kotzen!

Es ist nur die laienhafte Vermutung eines
leidenschaftlichen (Miltacher) Storchenbeobachters, aber vielleicht ist sie gar nicht so verkehrt: Der
Umzug auf den Bäckerkamin mit der dortigen Neuerrichtung eines
Horstes (vor allem durch Papa Willi) ist möglicherweise
ausschlaggebend, dass derzeit überhaupt noch auf ein Überleben des
Miltacher Storchennachwuchses 2013 gehofft werden kann. Denn das
neue Nest besteht fast ausschließlich aus Ästen; die starken
Regenfälle können somit fast ungehindert ablaufen, das Nest bleibt
also von unten her weitgehend trocken, von oben schützen/wärmen die
Eltern.

Die Situation wäre auf dem sichtlich stark bewachsenen und mit allem möglichen
„Dichtmaterial“ der letzten Jahre versehenen, inzwischen
auch stark „humusierten“ Schlossnest (letzte Säuberungs-
und Pflegemaßnahme im März 2007, siehe Storchenseite Archiv) derzeit bestimmt eine ganz andere. Dort ist die Nestmulde vermutlich vollkommen mit Nässe vollgesogen, die
Küken hätten kaum Überlebenschancen.

Vielleicht ist dies (oder/und eben das Gelege des diesjährigen
„Vorgängerpaares“ Solo und seine Schweizerin) gar der
Grund für den Umzug in die Ortsmitte. Wie auch immer: Willi und
seine später „heimkehrende“ Paula haben wieder mal alles
richtig gemacht. Vielleicht verfügen sie gar über hellseherische
Fähigkeiten, wer weiß!

Paula & Willi, wir ziehen zum x-ten Mal den
Hut vor euch! Viel Glück weiterhin!

Paula & Willi ununterbrochen im
Nachwuchsschutzmodus… kleines Zwischenhoch angekündigt:

Bitte, haltet durch!

27. Mai 2013:

Das Sauwetter hält an: Temperaturen nur wenige Grad über dem
Gefrierpunkt (tagsüber wohlgemerkt! Es ist Ende Mai!!) und
Dauerregen. An (Bier-) Gartenwonnen ist nicht mal zu denken.

Gerade Jungstörche trifft dieses Wetter zur ungünstigsten Zeit und
bewirkt eine Katastrophe mit traurigsten Folgen. Aus nahezu allen
deutschen Storchengegenden werden Todesnachrichten gemeldet; in
manchen Horsten überlebte von fünf (!) Küken kein einziges. Für
die kleinen ungefiederten Vögel sind derartige Kälte und Nässe
auch durch größte Elternliebe und deren Schutzmaßnahmen kaum
dauerhaft auszuhalten.

Die bangen Blicke auf den Miltacher Bäckerkamin, wo Paula &
Willi unverdrossen Heizkörper und Regenschirm für ihren Nachwuchs
bilden, sind allzu berechtigt. Aber es ist – wenigstens zum etwas
Durchschnaufen – Besserung in Sicht: Für Dienstag, 28. Mai, sind in
Miltach tagsüber immerhin trockene 20 Grad angekündigt, bevor es
zum Wochenende hin wieder kälter und nässer wird.

Hoffentlich gelingt es Paula & Willi, ihren Nachwuchs gesund
durch diese extrem schwierige Zeit zu bringen.

Bodenpersonal, bitte alle Daumen drücken!

Bei anhaltendem Mies-Wetter:

Bangen um den Nachwuchs

26. Mai 2013:

(Fast ganz) Bayern nach dem Champions League-Triumph des FCB im
Freudentaumel – trotz seit vielen Tagen anhaltendem Mieswetter (am
Tag Temperaturen um 6 Grad, nachts um den Gefrierpunkt, dazu
Dauerregen).

Was die Fußballfreunde kaum vom Feiern abhält, wird für die
Störche nicht nur in Miltach zum Riesenproblem, nachdem man gerade
erst die kaum mehr erwartete Nachwuchsbotschaft erfuhr (siehe
unten).

Noch am späten Nachmittag des 24. Mai schickte Storchenbeauftragter
Manfred Renner die endgültige Bestätigung von „lebendigem
Nachwuchs“. Er habe mindestens ein Kükenköpfchen gesehen,
tippe aber bei dem „Gewusel“ im Bäckerkaminnest
„eher auf mehr“ (Zitate Renner). Aufgrund der Kälte und
Nässe steht der Nachwuchs quasi ständig unter dem Wärme
spendenden und vor Nässe schützenden Körper eines der
Elterntiere, was die Beobachtungen natürlich enorm erschwere.

Die Wetteraussichten sind alles andere als rosig, so dass man die
Geschehnisse auf dem Bäckerkamin auch weiterhin mit bangen Blicken
begleiten muss. Paula und Willi tun garantiert alles
storchenmögliche, um ihren frisch geschlüpften und von der
Außenwelt so grimmig empfangenen Nachwuchs durch diese schwierige
Zeit zu bringen.

Der Ergänzung halber sei nachgetragen, dass immer wieder meist
einzelne Fremdstörche für „Abwechslung“ sorgen und den
beiden Miltacher Horsten – „belegt oder unbelegt“ – etwas
zu nahe kommen. Aber das kostet Willi inzwischen nur noch eine kurze
Schnabelmitteilung: „Hau ab, wir haben momentan andere Probleme
hier!“ Und dem wird jeweils nach wenigen Minuten Rechnung
getragen.

An Futter scheint es sowieso nicht zu mangeln; in der Hinsicht ist
Miltach offenbar das reinste Storchenparadies.

Wenn es nur endlich wärmer und trockener würde!

Halleluja! Nach der
Tragödie jetzt ein kleines Wunder:

Weiteres Küken
geschlüpft!

24. Mai 2013:

Nach dem Hagelsturm, der den Tod des erst wenige Stunden zuvor
geschlüpften Küken zur Folge hatte, waren auch die Hoffnungen auf
weiteren Nachwuchs fast auf dem Nullpunkt, musste doch befürchtet
werden, dass durch die Wucht der Naturgewalt (Eis, Kälte, Regen im
ohnehin so ungemütlichen Mai) auch alles Leben im
„Ei-Inneren“ erlosch. Für den beobachtenden Menschen
sahen die tagelangen Brütbemühungen von Paula & Willi eher
nach einem (langen) Akt der Verzweiflung aus, so als wollten sie das
vermeintlich Unvermeidbare nicht wahrhaben.

Doch es hatte durchaus Sinn – und Paula & Willi haben es wieder
mal allen gezeigt. Denn: Storchenbeauftragter Manfred Renner hat am
Donnerstag, 23. Mai aus nächster Nähe zweifelsfrei beobachtet, wie
eines der Alttiere Futter in das Nest auf dem Bäckerkamin gewürgt
hat. Und das bedeutet, es wird gefüttert! In Anbetracht der
Umstände darf das – vom Menschen – durchaus als kleines Wunder
bezeichnet werden.

Renner, selbst ob seiner Wahrnehmung äußerst positiv überrascht,
machte sich sogleich auf, um das ganze aus „höherer
Warte“ mit Einblick in das Nestinnere zu bestätigen. Doch da
machte der Nachwuchs nicht mit und reckte sein Köpfchen (oder sind
es gar mehrere?) nicht aus der Nestmulde.

Egal, Paula & Willi füttern ja nicht ins leere Nest. Irgendwann
wird man das/die Küken schon zu Gesicht bekommen.

Jetzt, Petrus, bitte schleunigst höhere Temperaturen und weniger
Extremgewitter! Schließlich haben Storch und Mensch dieses Jahr
schon genug Mieswetter ertragen.

Neue Miltacher
Storchentragödie:

Storchenjunges
fiel Hagelsturm zum Opfer

19. Mai 2013:

Es war zu befürchten und ist leider auch eingetroffen: Das vermutlich bisher
einzige, erst wenige Stunden alte Storchenküken hat den Hagelsturm vom frühen
Freitagabend (17. Mai) nicht überlebt. Anwohner in unmittelbarer
Nähe des Horstes auf dem Bäckerkamin machten am Samstag, 18. Mai, die traurige
Entdeckung eines toten Jungtieres am Nestrand.

Bei dem Monstersturm schlugen etwa eine Viertelstunde lang
Hagelkörner mit einem Durchmesser von gut 2 cm besonders hart auf
Miltach und Umgebung ein, ein Wolkenbruch etwa gleicher Dauer
folgte. Die ungeheuren Wassermassen sorgten vor allem in den tiefer
gelegenen Ortsteilen für große Schäden. Auf dem Bäckerkamin war
diese Konstellation – eine einige Zentimeter dicke Hagelschicht, die
keinen Ablauf zuließ und die folgenden Regenschauer – tödlich. Es
war gut zu beobachten, wie die verzweifelt kämpfenden
Storcheneltern Paula und Willi dieser Naturgewalt trotzten und mit
ihren mächtigen Körpern ihre Kinder, geschlüpft oder noch im Ei,
zu schützen versuchten.

Wer das Szenario erlebte, kam zu dem rationalen Schluss: Eigentlich
haben sie keine Chance. Das Küken ist letztendlich im kalten
Hageleismantel erfroren, erstickt oder, was auch immer wieder bei starken
Regenfällen vorkommt, ertrunken.

Sollte sich neben dem entdeckten noch ein weiteres bereits
geschlüpftes Junges im schwer einsehbaren Nest befinden, kann es
nur tot sein, denn, so Storchenbetreuer Manfred Renner: „Sie füttern nicht mehr.“

Derzeit brüten Paula und Willi. Es muss sich also noch mindestens
ein Ei im Nest befinden. Ob es dem tapferen Storchenpaar irgendwie
gelang, das Ei während des Hagelsturmes und danach – die
Hagelkörner verfügen über eine enorme Speicherfähigkeit, bevor
sie endlich wegtauen – ausreichend warm zu halten, muss man
abwarten. Die Hoffnung stirbt zuletzt…

Einziger Trost für die Storchenfreunde ist die Sicherheit, dass
Paula und Willi selbst das Gewitter unbeschadet überstanden haben.
Und: Sie „funktionieren“. Am Abend des 18. Mai nämlich
drang ein Fremdstorch in ihr Hoheitsgebiet ein. Willi machte sich,
wie immer in solchen Fällen, sofort daran, den Luftraum über
Miltach-Dorfmitte sowie die derzeitige
„Filiale“ auf dem Schlossdach zu sichern und ein
deutliches „Nicht hier!“ zu signalisieren.

Korrektur:

Storchenküken erst am 16./17.
Mai geschlüpft

19. Mai 2013:

Die Wahrnehmungen, denen zufolge das/die ersten Storchenküken
bereits am 13. Mai geschlüpft sei(en) – siehe auch Meldung unten -,
täuschten wohl und decken sich nicht mit den Beobachtungen von
Storchenbetreuer Manfred Renner. Dieser teilt mit, dass vermutlich
ein Junges im Zeitraum zwischen Donnerstagnachmittag (16. Mai) und
Freitagvormittag (17. Mai) geschlüpft ist.

Storchenjunge geschlüpft…

… Anzahl unbekannt

16. Mai 2013:

Spätestens am Montag, 13. Mai, war es so weit, dass ein oder
mehrere Storchenjunge geschlüpft sind. Das Verhalten der Eltern
Paula & Willi ist eindeutig, es wird gefüttert und natürlich
nach wie vor geschützt. Der „Einblick“ ins Nest auf dem
Bäckerkamin ist zwar etwas leichter als der auf das Schlossnest,
aber vorwiegend Paula steht bzw. hockt genaueren Erkenntnissen
buchstäblich „im Weg“ – zumindest, wenn man sich auf die
Lauer legt.

Gibt es jemanden, der Konkretes beobachtet hat?

Manfred Renner, bitte melden!

Ansonsten ist zu berichten, dass
Willi mit der Fütterung des noch sehr kleinen Nachwuchses
unterfordert ist. Er nimmt selbstverständlich Frau- und
Kinderbetreuungsaufgaben auf dem Bäckerkamin wahr, ist aber zudem
immer wieder mit Ausbesserungsarbeiten im Schlossnest beschäftigt.
Bis dieses wieder beansprucht wird (als Ausweichwohnung für die
Eltern, wenn sich der Nachwuchs langsam anschickt, flügge zu
werden), werden noch einige Wochen vergehen.

Fremdstorchentrio zwingt P&W zum
gemeinsamen Abwehrkampf… Miltach in Vorfreude:

Nur noch wenige Tage…

7. Mai 2013:

Das Bild oben vom 5. Mai zeigt Paula und Willi nach längerer Zeit
wieder gemeinsam auf dem Nest im Schlossdach. Ein Fremdstorchentrio
belagerte dermaßen hartnäckig den Luftraum über den beiden
Miltacher Horsten, näherte sich abwechselnd bedrohlich dem
bebrüteten Bäckerkamin und ließ sich auf dem Schlossnest nieder.
Verteidigungsminister Willi versuchte allein, wie zuletzt immer, die
Eindringlinge durch Abwehr-Droh-Kreise zu vertreiben, verjagte zudem
immer wieder einzelne Störenfriede vom Horst auf dem Schlossdach.
Doch so richtig fruchtete sein Einsatz gegen die Übermacht nicht.
Dann wurde es Paula zu bunt: Sie ließ die Eier allein, um ihrem
Gatten beizustehen. Als das Schlossnest immer mehr zum Angriffsziel
der fremden Artgenossen wurde, besetzten es Paula & Willi
zusammen (siehe Bild oben), klapperten im Duett mit den Schnäbeln
und fächelten wild mit den Flügeln – selbstverständlich immer die
„Kinder“ in Miltach-City im Blick. Soviel
unerschütterlicher Zusammenhalt beeindruckte nach geraumer Zeit
dann doch. Das Trio zog ab. Paula flog sofort wieder auf den
Bäckerkamin, während Willi im Schlossnest noch eine ausgiebi