Brillantes Konzert zum
"Doppel-Jubiläum" geboten:Kötztinger
Kammermusikkreis präsentierte sich in Galaform

Blumen zum Geburtstag und für eine
ausgezeichnete Darbietung bekam die Mezzosopranistin Sandra Koppitz.
Elvira Frauendienst, großartige Musikerin und als Leiterin des
Kammermusikkreises hauptverantwortlich für einen außerordentlich
schönen Schloss-Abend, sowie Wolfgang Weinzierl freuen sich mit.
Werke aus der Entstehungs-Ära von
Schloss Miltach bis zur Neuzeit interpretierten verschiedene
Ensembles des Kötztinger Kammermusikkreises (Leitung: Elvira
Frauendienst) vergangenen Sonntag und zogen das Publikum im Obergeschoss-Flur vom ersten bis zum letzten Ton in ihren
Bann.
Ein Abend, der ein Doppel-Jubiläum ("30 Jahre offenes Schloss
Miltach" und 30-jähriges Bestehen des Kammermusikkreises) zum
Anlass hatte - und an dem einfach alles passte: Werksauswahl, künstlerische Klasse, Akustik, Atmosphäre und nicht zuletzt ein
äußerst "zugetanes" Publikum.
Ausführliche Rückschau von Erwin
Vogl: Siehe unten.
Bilder - zum Vergrößern
anklicken:

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Der Abend, wie ihn der Miltacher Lokalreporter
Erwin Vogl sah (für "Kötztinger Zeitung" und
"Kötztinger Umschau"):
Ein wunderbares Konzert zum
Doppeljubiläum
Schloss-Sanierung und Kötztinger
Kammermusikkreis feierten
30-jähriges
30 Jahre „offenes
Schloss Miltach
“ und 30-jähriges Bestehen des Kötztinger Kammermusikkreises,
ein besonderer Anlass für ein besonderes Konzert, das dieser am
Sonntagabend im kunstvollen Ambiente des Miltacher Schlosses bot.
Das Konzert war für die Besucher Balsam für die Seele und
gleichzeitig für die Schlossbesitzer ein Dank an alle, die
Schloss Miltach
in den letzten 30 Jahren durch ihre Mitwirkung und ihren Besuch bei
den verschiedenen Veranstaltungen beehrt haben und es zu einer
geachteten Kulturbegegnungsstätte werden ließen. Der Kötztinger
Kammermusikkreis erhielt tosenden Applaus für sein Konzert und die
Anerkennung: „Macht weiter so, wir schätzen uns glücklich, dass
es euch gibt!“
Alois Breu freute sich in seiner
Begrüßung über den guten Besuch, darunter waren Miltachs Bürgermeister
Johann Aumeier und Stellvertreter Fritz Kreis, besonders aber galt
den Instrumentalisten des Kötztinger Kammermusikkreises sein
Willkommen. Rückblickend auf die vergangenen 30 Jahre, nach
Sanierung und Revitalisierung des Schlosses, erinnerte der Sprecher
an die ersten Konzerte, die meist um die Weihnachtszeit stattfanden.
In den 90er Jahren kam der „Jazzkeller“ hinzu,
„Veranstaltungen gab es oben und unten; insgesamt wurden bisher
etwa 350 Konzerte durchgeführt und daneben auch Kunstausstellungen
arrangiert.“ Auch schätze er es, wenn Blaibach ein Konzerthaus
erhalte und ebenso das Bemühen der Initiatoren der Jahnhalle in Bad
Kötzting .
Nach einem „Grüß Gott“
durch Elvira Frauendienst, die durch das musikalische Programm führte,
eröffnete der Kötztinger Kammermusikkreis den Abend mit der II.
Canzone vom Venezianer
Giovanni Gabrieli, der diese im Markusdom aufführte – und heute
im
Schloss Miltach
gespielt wird. 18 Streicher sorgten dabei für einen voluminösen
Klang. Das weitere Stück war eine Sonate pian e forte für 8
Instrumentalisten in zwei Chören.
Im Namen der Gemeinde richtete
dann Bürgermeister Johann Aumeier seinen Gruß an die Gäste. „30
Jahre saniertes und wiederbelebtes
Schloss Miltach
ist eine Erfolgsgeschichte. Es war ein Glücksfall für die Gemeinde
Miltach, dass Familie Schleyerbach dieses Schloss erwarb und
vorbildlich sanierte, revitalisierte und es so zu einem Juwel wurde;
es dient nicht nur für kulturelle Zwecke, es dürfen auch
standesamtliche und in der Kapelle auch kirchliche Trauungen
vollzogen werden.
Schloss Miltach
und der Kötztinger Kammermusikkreis sind eine gute Gemeinschaft“.
Aumeier gratulierte den Musikern zu ihrem Jubiläum und ebenso dem
Ehepaar Schleyerbach-Breu und wünschte ihnen eine gute Zukunft.
Aus der Zeit als die Schönprunner
das Miltacher Schloss schon besaßen und belebten, stammt der
niederländische Adelige und Komponist Unico Wilhelm von Wassenaer
(1692-1766), von ihm stammten die vier Sätze des Concertino II in
G-Dur, gespielt vom Kötztinger Ensemble, wobei solistisch Elvira
Frauendienst als Violinistin glänzte. Zum norwegischen Komponisten
Edvard Grieg wechselte das Programm, der die Lieder seines Landes in
die Kompositionen mit eingewoben hat. Die Anwesenden hörten
„Solveigs Lied“ mit der kräftigen Solostimme von Sandra Koppitz,
begleitet von den Streichern. Im weiteren Vortrag interpretierte sie
„Auf Flügeln des Gesangs“, untermalt mit Pizzicatoklängen von
4 Saiteninstrumenten. Koppitz‘ Stimme war raumfüllend, trotzdem
einfühlsam und manchmal melancholisch. Danach überreichte im Namen
des Orchesters Frauendienst an die Sängerin zu deren 40. Geburtstag
einen Blumenstrauß.
In der Pause nutzten die
Besucher die Gelegenheit zur Besichtigung der Säle und zur
Erfrischung. Die Jugendlichen Julia Wenzl und Lukas Koller hatten
sodann ein aufmerksames Publikum bei ihren kleinen Stücken auf dem
Orchester-Horn. Allen bekannt war das Lied des Escamillo aus
„Carmen“ und das anschließende Waldhorn-Duett von Leopold
Mozart. Der nächste Programmpunkt war ein Streichquartett von
Magdalena Laura Lombardini Sirmen,
das mit viel Applaus belohnt wurde.
Nun kündete Alois Breu
eine Gruppe entsprechend gekleidete „Straßenmusiker“ an,
„und die lassen wir rein“. Mit
fremdländischem Akzent kündigte die Primgeigerin Barbara
Rautenberg die entsprechenden Stücke an, wobei die 6 Interpreten
„Silver Crown“ mit viel con brio, also mit viel Feuer spielten. Klezmermusik
in dieser Formation begeisterte die Konzertbesucher. Den Abschluss
des Konzerts bildete “Sentimental Saraband“ des Komponisten
Benjamin Britten (1913 – 1976), wobei alle Streicher wieder
gemeinsam auftraten. Alles in allem gesehen war dies ein
erfolgreicher Abend sowohl für die Musiker als auch für die
Konzertbesucher, die ein musikalisches Erlebnis mit heim nehmen
konnten. Die Interpreten verabschiedeten sich mit dem herrlichen 2.
Satz aus Mozarts Divertimento als Zugabe.
Auch
für den Schlossherrn war es „ein wunderbares Konzert; wir sind
sehr froh und dürfen uns glücklich schätzen, dass es euch gibt
und ihr weiter macht, wir sind ja noch jung“, meinte scherzhaft
Alois Breu zum Kammermusikkreis. Zusammen mit seiner Gattin
Christiane Schleyerbach-Breu überreichte er an die
Instrumentalisten je einen „Miltacher Taler“. Zum Ausklang des
feinen Abends trafen sich noch viele im „Miltacher Jazzkeller“.
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