Klassik live

Klassik live im Jazzkeller:

Brillantes Konzert zum „Doppel-Jubiläum“ geboten (Rückschau auf 7. Oktober 2012):
Kötztinger Kammermusikkreis präsentierte sich in Galaform

121007KammermusikkreisKoppitzMittelgross

Blumen zum Geburtstag und für eine ausgezeichnete Darbietung bekam die Mezzosopranistin Sandra Koppitz. Elvira Frauendienst, großartige Musikerin und als Leiterin des Kammermusikkreises hauptverantwortlich für einen außerordentlich schönen Schloss-Abend, sowie Wolfgang Weinzierl freuen sich mit.
Werke aus der Entstehungs-Ära von Schloss Miltach bis zur Neuzeit interpretierten verschiedene Ensembles des Kötztinger Kammermusikkreises (Leitung: Elvira Frauendienst) und zogen das Publikum im Obergeschoss-Flur vom ersten bis zum letzten Ton in ihren Bann.
Ein Abend, der ein Doppel-Jubiläum („30 Jahre offenes Schloss Miltach“ und 30-jähriges Bestehen des Kammermusikkreises) zum Anlass hatte – und an dem einfach alles passte: Werksauswahl, künstlerische Klasse, Akustik, Atmosphäre und nicht zuletzt ein äußerst „zugetanes“ Publikum.
Ausführliche Rückschau von Erwin Vogl: Siehe unten.

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Der Abend, wie ihn der Miltacher Lokalreporter Erwin Vogl sah (für „Kötztinger Zeitung“ und „Kötztinger Umschau“):

Ein wunderbares Konzert zum Doppeljubiläum
Schloss-Sanierung und Kötztinger Kammermusikkreis feierten
30-jähriges

30 Jahre „offenes Schloss Miltach “ und 30-jähriges Bestehen des Kötztinger Kammermusikkreises, ein besonderer Anlass für ein besonderes Konzert, das dieser am Sonntagabend im kunstvollen Ambiente des Miltacher Schlosses bot. Das Konzert war für die Besucher Balsam für die Seele und gleichzeitig für die Schlossbesitzer ein Dank an alle, die Schloss Miltach in den letzten 30 Jahren durch ihre Mitwirkung und ihren Besuch bei den verschiedenen Veranstaltungen beehrt haben und es zu einer geachteten Kulturbegegnungsstätte werden ließen. Der Kötztinger Kammermusikkreis erhielt tosenden Applaus für sein Konzert und die Anerkennung: „Macht weiter so, wir schätzen uns glücklich, dass es euch gibt!“

Alois Breu freute sich in seiner Begrüßung über den guten Besuch, darunter waren Miltachs Bürgermeister Johann Aumeier und Stellvertreter Fritz Kreis, besonders aber galt den Instrumentalisten des Kötztinger Kammermusikkreises sein Willkommen. Rückblickend auf die vergangenen 30 Jahre, nach Sanierung und Revitalisierung des Schlosses, erinnerte der Sprecher an die ersten Konzerte, die meist um die Weihnachtszeit stattfanden. In den 90er Jahren kam der „Jazzkeller“ hinzu, „Veranstaltungen gab es oben und unten; insgesamt wurden bisher etwa 350 Konzerte durchgeführt und daneben auch Kunstausstellungen arrangiert.“ Auch schätze er es, wenn Blaibach ein Konzerthaus erhalte und ebenso das Bemühen der Initiatoren der Jahnhalle in Bad Kötzting .

Nach einem „Grüß Gott“ durch Elvira Frauendienst, die durch das musikalische Programm führte, eröffnete der Kötztinger Kammermusikkreis den Abend mit der II. Canzone  vom Venezianer Giovanni Gabrieli, der diese im Markusdom aufführte – und heute im Schloss Miltach gespielt wird. 18 Streicher sorgten dabei für einen voluminösen Klang. Das weitere Stück war eine Sonate pian e forte für 8 Instrumentalisten in zwei Chören.

Im Namen der Gemeinde richtete dann Bürgermeister Johann Aumeier seinen Gruß an die Gäste. „30 Jahre saniertes und wiederbelebtes Schloss Miltach ist eine Erfolgsgeschichte. Es war ein Glücksfall für die Gemeinde Miltach, dass Familie Schleyerbach dieses Schloss erwarb und vorbildlich sanierte, revitalisierte und es so zu einem Juwel wurde; es dient nicht nur für kulturelle Zwecke, es dürfen auch standesamtliche und in der Kapelle auch kirchliche Trauungen vollzogen werden. Schloss Miltach und der Kötztinger Kammermusikkreis sind eine gute Gemeinschaft“. Aumeier gratulierte den Musikern zu ihrem Jubiläum und ebenso dem Ehepaar Schleyerbach-Breu und wünschte ihnen eine gute Zukunft.

Aus der Zeit als die Schönprunner das Miltacher Schloss schon besaßen und belebten, stammt der niederländische Adelige und Komponist Unico Wilhelm von Wassenaer (1692-1766), von ihm stammten die vier Sätze des Concertino II in G-Dur, gespielt vom Kötztinger Ensemble, wobei solistisch Elvira Frauendienst als Violinistin glänzte. Zum norwegischen Komponisten Edvard Grieg wechselte das Programm, der die Lieder seines Landes in die Kompositionen mit eingewoben hat. Die Anwesenden hörten „Solveigs Lied“ mit der kräftigen Solostimme von Sandra Koppitz, begleitet von den Streichern. Im weiteren Vortrag interpretierte sie „Auf Flügeln des Gesangs“, untermalt mit Pizzicatoklängen von 4 Saiteninstrumenten. Koppitz‘ Stimme war raumfüllend, trotzdem einfühlsam und manchmal melancholisch. Danach überreichte im Namen des Orchesters Frauendienst an die Sängerin zu deren 40. Geburtstag einen Blumenstrauß.

In der Pause nutzten die Besucher die Gelegenheit zur Besichtigung der Säle und zur Erfrischung. Die Jugendlichen Julia Wenzl und Lukas Koller hatten sodann ein aufmerksames Publikum bei ihren kleinen Stücken auf dem Orchester-Horn. Allen bekannt war das Lied des Escamillo aus „Carmen“ und das anschließende Waldhorn-Duett von Leopold Mozart. Der nächste Programmpunkt war ein Streichquartett von Magdalena Laura Lombardini  Sirmen, das mit viel Applaus belohnt wurde.

Nun kündete Alois Breu  eine Gruppe entsprechend gekleidete „Straßenmusiker“ an, „und die lassen wir rein“.  Mit fremdländischem Akzent kündigte die Primgeigerin Barbara Rautenberg die entsprechenden Stücke an, wobei die 6 Interpreten „Silver Crown“ mit viel con brio, also mit viel Feuer spielten.  Klezmermusik in dieser Formation begeisterte die Konzertbesucher. Den Abschluss des Konzerts bildete “Sentimental Saraband“ des Komponisten Benjamin Britten (1913 – 1976), wobei alle Streicher wieder gemeinsam auftraten. Alles in allem gesehen war dies ein erfolgreicher Abend sowohl für die Musiker als auch für die Konzertbesucher, die ein musikalisches Erlebnis mit heim nehmen konnten. Die Interpreten verabschiedeten sich mit dem herrlichen 2. Satz aus Mozarts Divertimento als Zugabe.

Auch für den Schlossherrn war es „ein wunderbares Konzert; wir sind sehr froh und dürfen uns glücklich schätzen, dass es euch gibt und ihr weiter macht, wir sind ja noch jung“, meinte scherzhaft Alois Breu zum Kammermusikkreis. Zusammen mit seiner Gattin Christiane Schleyerbach-Breu überreichte er an die Instrumentalisten je einen „Miltacher Taler“. Zum Ausklang des feinen Abends trafen sich noch viele im „Miltacher Jazzkeller“.
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