Geschichte und Sanierung

Stich von Michael Wening (um 1720)

Stich von Michael Wening (um 1720)

Schloss Miltach wurde vermutlich von Justinian von Peilnstein Ende 16./Anfang 17. Jahrhundert erbaut. Die späteren Besitzer, die Herren von Schönprunn, erweiterten um 1750 das zweigeschossige Gebäude von neun auf dreizehn Fensterachsen. Die Schönprunner hatten das Schloss fast 200 Jahre im Familienbesitz. Zeitgenossen aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert berichten von großen Festen mit Musik und Tanz in den Räumen von Schloss Miltach, die meist den Besuch von „hohen Herrschaften“ zum Anlass hatten. So verbrachte beispielsweise Simeon Piscevic, Adjutant unter Maria Theresia von Österreich, General unter Katharina II. von Russland, den Winter 1744/45 bei dem Gastgeber Baron Johann Josef Wenzeslaus Freiherr von Schönprunn.

MiltachAnsichtskarteUm1910Kleinbild

Ansichtskarte von Miltach (um 1910)

Ein weiterer Besitzer von Schloss Miltach war von 1872-1875 der bekannte Schriftsteller Maximilian Schmidt, genannt Waldschmidt. Von 1875 bis 1918  gehörte es Elias Weinmann, einem Bankier aus München; danach kam das Schloss an Josef Kyrein, der das Gebäude baulich wieder etwas verbesserte. Im Oktober 1920 erwarb es Dr. Richard Oertel, um hier seine Kunstsammlung unterzubringen. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente Schloss Miltach vielen Flüchtlingen als Unterkunft.

Das mittlere Westportal vor der Sanierung 1979

Das mittlere Westportal vor der Sanierung 1979

Im Jahr 1979 erstand die Familie Schleyerbach aus Katharied, Landkreis Regensburg, das mittlerweile stark heruntergekommene Gebäude. Bei der Renovierung (ab 1980) wurde darauf geachtet, dass der ursprüngliche Zustand weitgehend erhalten bzw. wiederhergestellt wird, was mit hohem Finanzaufwand – die Zuschüsse hielten sich sehr im Rahmen, waren vielmehr verschwindend gering – für die Fam. Schleyerbach verbunden war.
Nach zweieinhalb Jahren ununterbrochener Renovierarbeit konnte Schloss Miltach im Jahr 1982 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Viele aufschlussreiche Details bezüglich Geschichte und Renovierung sind beim Besuch von Schloss Miltach zu erfahren.

Foto-Aufnahme von Miltach (vermutlich aus dem Jahr 1919)

Bilder aus der Geschichte und von der Sanierung 1980-82 …

… zur Verfügung gestellt von Miltachs „Dorfhistoriker Nr. 1“, Erwin Vogl. Herzlichen Dank, Erwin!

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Geschichte:

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Sanierung:

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 Altes Miltach-Bild gefunden!

Aquarell historisch.jpg (43816 Byte)
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Schloss Miltach wurde auch von einem unbekannten Maler in den Mittelpunkt seines Schaffens gerückt.
Die fast sensationelle Entdeckung dieses Werks machte der Miltacher „Dorfkundler“ Erwin Vogl vor ein paar Jahren in Rosenheim. Eine dort ansässige Familie, Nachfahren der früheren Herren auf Schloss Miltach, der „Schönprunner“, ist im Besitz des 17 mal 23 cm großen Aquarells.
Das Gemälde ist sicherlich nach 1750 entstanden, da, wie bekannt, Schloss Miltach um diese Zeit von neun auf 13 Fensterachsen erweitert wurde. Wenn der Maler auch nur zwölf Fenster „gezählt“ hat, so ist es ihm dennoch mit Bravour gelungen, wesentliche und auch heute noch leicht nachvollziehbare, charakteristische Merkmale im Bild „festzuhalten“. Neben dem Schloss sind beispielsweise Schlossnebengebäude, Pfarrkirche (mit etwas schlankem Turm), Seelenhaus, Hintergrundlandschaft und der Flussverlauf des Regens wirklichkeitsgetreu dargestellt. Die Holzbrücke über den Regen war in etwa an der Stelle, wo jetzt beide Sportplätze aufeinanderstoßen.